Montenegro: Panoramastrecke

Vor 9 Jahren sind wir mehr oder weniger freiwillig durch die Berge auf montenegrinischer Seite am Skhoder See entlang gefahren. Das hat uns im Nachhinein aber so gut gefallen, dass wir es wiederholen wollen. Zuerst versuchen wir noch durch Tanken und Einkaufen unsere restlichen Lek auszugeben und müssen uns mit einem Restbetrag von umgerechnet 9 € geschlagen geben. Wir haben 50 000 Lek vor einer Woche abgehoben. Das sind fast 50 €. Mehr gab es nicht. Davon haben wir 1 Woche Obst und Gemüse und andere Lebensmittel gekauft, waren gestern Abend essen, wir rechnen und rechnen, aber ja es stimmt. Man schafft es nicht in diesem Land Geld auszugeben.

Die Grenzkontrollen dauern etwa länger, aber die Hundepapiere will niemand sehen.
Unser Weg durch die Berge ist mittlerweile als Panoramastrecke beschildert. Wir fahren durch Kastanienwälder und Tabakfelder.

Plakate zeigen den Weg und wir haben vor 9 Jahren geglaubt, dass nur wir wissen, wie schön es hier ist.
An unserem geheimen Aussichtsplatz gibt es jetzt eine Kneipe mit nach wie vor toller Aussicht auf den See. Aber die Strecke ist immer noch ein besonderes Erlebnis.

Allerdings beginnt der See an einigen Stellen zu verschilfen.

Diese grünen Teppiche gab es vor 9 Jahren noch nicht.
Schlangen gibt es hier auch.

Wurde leider überfahren.

Von der Meeresküste gibt es nicht viel zu sagen, außer dass es noch hässlicher geworden ist. Hochhaus reiht sich an Hochhaus.

Wir haben einen Friedhofsparkplatz in Kotor ins Navi eingegeben. Möglicherweise lässt sich von hier ja die Stadt besichtigen.

 

Der Friedhofsparkplatz wäre zwar eine gute Möglichkeit, aber 2 Riesenkreuzfahrtschiffe verschandeln die eng eingeschnittene Bucht, nicht nur optisch sondern auch akustisch. Die Kühl- oder Stromaggregate machen nämlich einen Höllenlärm.

Gut, dann fällt Kotor eben aus. An der Bucht entlang fahren wir zur Fähre. Die Landschaft ist wirklich großartig, die Bucht wirkt wie ein norwegischer Fjord. Dummerweise war unser Navi desorientiert, sonst hätten wir vielleicht die Panoramastrecke auf den Aussichtspunkt oberhalb von Kotor finden können. Aber wir müssen ja noch Ziele für die Zukunft haben.

 

Vor 9 Jahren wollten sie uns nicht mitnehmen, weil wir kein Bargeld mehr hatten und Karten nicht akzeptiert wurden. Jetzt geht Mastercard oder halt Euro. 9 €, alles geht blitzschnell. Es gibt nämlich 4 Fähren.

Dann fahren wir zum Übernachten noch schnell nach Kroatien auf ein ehemaliges Militärgelände mit traumhaften Lost Places. Und das ist ein wirklicher Geheimtipp. Es gibt hier so viele tolle Plätze. Zuerst fahren wir zum ehemaligen Helikopter Landeplatz.

360 Grad Runumsicht

Besser gefällt uns ein alter Bootsanleger.

Von hier kann man den Kreuzfahrtschiffen beim Auslauen aus der Bucht von Kotor zuschauen.

1 Lake Shkodra Resort N 42° 8′ 22,0″ O 19° 28′ 4,8″
2 Livari N 42° 7′ 48,5″ O 19° 13′ 40,5″
3 Anleger Vitaljina N 42° 24′ 21,8″ O 18° 30′ 41,8″

Fazit Albanien

Stellplätze

Das Land ist im Umbruch, daher ändert sich alles rasend schnell. Selbst unsere zuverlässige Park4Night App kommt da nicht hinterher. Was gestern noch ein toller Geheimtipp war, ist heute eine Baustelle. Aber trotzdem ist es ein Reiseland, was uns gut gefällt, weil das Freistehen grundsätzlich überall erlaubt ist. Wir meiden „Stellplätze“ bei Restaurants, die zwar grundsätzlich kostenlos, aber trotzdem mit einer Verpflichtung zum Essengehen verbunden sind.

Sehenswürdigkeiten

Das Bergland ist wirklich großartig. Vor allem die grandiosen Canyons und Wasserfälle haben uns sehr gut gefallen.
Berat hat Weltkulturerbestatus, aber man fragt sich wirklich in welchen dubiosen Kanälen das Geld verschwindet. Die Burg von Berat ist total vermüllt. Wir fragen uns, warum man nicht Eintritt in den total schönen Komplex verlangt und dann einen Mülleimer aufstellt. Das gibt es nämlich nicht.
Die Küste verwandelt sich gerade in ein riesiges Ferienressort. Aber wir haben noch genügend Freistehplätze gefunden. Es gibt sehr schöne Strände, an denen man noch völlig alleine ist.
Sehr positiv entwickelt hat sich Skhoder. Wir hatten nirgendwo ein komisches Gefühl. Das war vor 9 Jahren schon noch anders.
Sehenswert ist auch die Burg von Skhoder und dort liegt auch kaum Müll. Sehr gut gefallen hat uns die religiöse Toleranz im Land. Ich habe nur eine Frau mit religiöser Kopfbedeckung gesehen und das war eine katholische Nonne.

Reisezeit

Leider waren wir zu spät im doppelten Sinne. Sowohl die Jahreszeit als auch die touristische Entwicklung des Landes sind zu weit fortgeschritten.
Im Landesinneren ist es bereits zu heiß im späten Mai. Man kann es nur noch an der Küste aushalten.
Der Tourismus hat sich ganz enorm entwickelt. Es gibt unzählige sogenannte Campingplätze. In Wirklichkeit steht man auf dem Parkplatz einer Strandkneipe und soll dann dort essen gehen. Das mögen wir nicht.
Vor 9 Jahren waren wir schon einmal in Albanien, damals waren wir wahrscheinlich zu früh. Wir waren wirklich geschockt. Die Straßen waren wahnsinnig schlecht. Das ist sehr viel besser geworden. Es gab keine Hinweisschilder und ohne Navi war man hilflos. Das ist jetzt definitiv anders. Leider hat sich am Tierelend und am Müll nichts geändert. Die Situation der Streuner ist ja schon in Griechenland traurig, aber was man in Albanien sieht, ist unbeschreiblich. Dazu kommt, dass man die armen Kreaturen nicht retten kann, indem man sie mitnimmt. Albanien ist nicht in der EU.
Beim Müll tun alle Europäer, die hier Ferien machen ihr Bestes, indem sie säckeweise Müll sammeln. Aber das ist ein Tropfen auf den heißen Stein.

Zusammenfassung

Wir werden wieder kommen. Albanien ist ein tolles Reiseziel.

Lake Skhoder

Heute Nacht wurden wir mehr oder weniger freiwillig Teilnehmer eines 24 h Tecno-Festivals. Morgens beschwerte sich dann unser reiselustiges Katzenkind über den verspäteten Frühstücks-Service. Auf den Schreck hin, musste Uwe schon vor dem Frühstück ein Bad nehmen.

Auch hier Bunker zur Verteidigung.

Vor der Abreise kontrollieren wir sicherheitshalber noch einmal die Unterseite unserer Elsa, weil das kleine Katzenkind dort gerne herumklettert.

Uwe ist sicher, sie ist nicht da. Nach etlichen Kilometern müssen wir wegen des Gegenverkehrs kurz anhalten und hören ein klägliches Maunzen. Wir kontrollieren noch einmal die Fahrzeugunterseite und da sitzt die Maus doch tatsächlich auf dem Unterfahrschutz des Verteilergetriebes. Uwe angelt sie herunter und sie darf ein bisschen im Fußraum mitfahren. Schweren Herzens bringen wir sie zurück.

Wirklich süß war die kleine Maus. Sie wollte doch nur in ein schönes Zuhause.

In Skoder durften wir auf dem Parkplatz der Moschee parken und sogar im Vorhof Fotos machen.

Anschließend geht es nach Shkodra zur Besichtigung der Burg Rozafa.

Blick von der Burg auf die Buna

Man hat eine tolle Aussicht von der Burg und sah Feinde schon von Weitem.
Nach der Burgbesichtigung fahren wir gegen Mittag zum Lake Shkodra Ressort. Dieser schöne Campingplatz war vor 9 Jahren unsere Rückzugsort, wenn wir das normale albanische Chaos nicht mehr aushalten konnten. Es ist ruhig und friedlich hier. Wenn wir in Rente sind, kommen wir sicher wieder.

Hier an diesem Platz stehen sogar kostenlose Liegen unter Sonnenschirmen zur Verfügung. Von einem Badesteg aus kann man sich in den See stürzen.

Zum Abendessen kann man sich in das Restaurant mit Blick auf den See zurückziehen.

1 22 Beach Bar N 41° 47′ 11,7″ O 19° 36′ 11,1″
2 Kalaja e Shkodrës N 42° 2′ 46,8″ O 19° 29′ 36,8″
3 Lake Shkodra Resort N 42° 8′ 22,0″ O 19° 28′ 4,8″

Von der Lagune von Patok nach Shëgjin

Wir sind nicht plötzlich in Asien, auch wenn es so klingt. Dieses riesige Lagunengebiet liegt ungefähr 50 km nördlich von uns. Es handelt sich um Salzwasserlagunen, also können wir heute Abend hoffen, dass kein Autan zum Einsatz kommt.

Aber die Luxusrestaurants für Fischgerichte sind nicht so wirklich nach unserem Geschmack. Es ist uns eine Spur zu edel.

Also geht es nach der Mittagspause erst einmal weiter nach Norden. Wir haben hier vor 9 Jahren schon einmal die Bunker des leninistischen Diktators Enver Hoxa angeschaut. Der Diktator hat bis zu seinem Tod 1984 Albanien komplett isoliert. Er sah das Land von Feinden umzingelt, verbot jegliche Auslandsreisen, natürlich war auch keinerlei Kritik erlaubt. Er ließ tausende von Kritikern ermorden und in Straflager sperren, meist mit der ganzen Familie. Erinnerungen an andere Diktaturen sind wohl rein zufällig. Er versuchte für jeden Albaner einen Bunker zu bauen und als er merkte, dass das nicht so ganz preiswert war, beauftragte er einen Baumeister mit einer Fertigbauweise. Daher sehen alle albanischen Bunker gleich aus. Die Existenz dieser Relikte ist in Albanien umstritten, vielleicht vergleichbar mit der Berliner Mauer. Vor 9 Jahren gab es noch Bestrebungen, etwas Nützliches daraus zu machen, einen Kiosk oder ein Einraumapartment, mittlerweile würde man sie wohl lieber verschwinden lassen, weil die Bausubstanz wohl doch nicht sooo solide war. Trotzdem wollten wir uns diese seltsamen Iglubunker noch einmal ansehen.

Kommandozentrale

Von hier aus wurde alles beobachtet.

Pillbox Bunker

Danach fahren wir in einen Pinienwald am Meer und lassen den Tag ausklingen.

1 Lumi Erzenit N 41° 25′ 54,7″ O 19° 27′ 21,0″
2 Laguna e Patokut N 41° 37′ 51,4″ O 19° 35′ 27,6″
3 Bunker N 41° 41′ 57,5″ O 19° 35′ 19,6″
4 22 Beach Bar N 41° 47′ 11,7″ O 19° 36′ 11,1″

Kleine Plankorrektur

Wegen der Hitze im Landesinneren haben wir ja bereits unsere Reiseroute geändert. Jetzt haben wir uns aber entschlossen, in kleinen Schritten die Heimreise anzutreten, weil es unserem Schwiegersohn wegen Mina nicht gut geht. Butrint, Blue Eye und die Passstraße nach Himare müssen warten.

Morgens wird hier übrigens die Milch direkt vom Erzeuger geliefert.

Wir schauen uns zuerst noch die Klosterinsel an.

Man erreicht die Insel über einen gewundenen Steg.

Wir kaufen in Vlorë ein. Vlorë ist eine schicke,moderne und junge Stadt.

Dann fahren wir an Durres vorbei zu einem neuen Übernachtungsplatz nördlich von Durres. Es ist hier so dicht an einer Großstadt sehr ruhig und angenehm. Leider haben wir ein winziges Süßwasserloch übersehen und nachts überfallen uns die Plagegeister. Erst gehen wir auf die Jagd, dann kommt die chemische Keule zum Einsatz und wir schlafen sehr ruhig, aber bei geschlossenen Fenstern und daher sehr warm.

1 Zvernec Beach N 40° 31′ 36,1″ O 19° 23′ 16,7″
2 Lumi Erzenit N 41° 25′ 54,7″ O 19° 27′ 21,0″