Die Atmosphäre hier auf dem Parkplatz ist nett, viel Gequatsche und Erfahrungsaustausch. Zuerst geht Carmen aufs Wasser, um den inneren Schweinehund zu überwinden, dann Uwe. Wir sind ja bisher immer auf Flachwasser gesurft und müssen erst lernen mit der Brandung zurecht zu kommen. Die Brandung hier ist eher gemäßigt und daher gut zum Üben geeignet. Wir hatten wieder einen genialen Tag. Zum Glück müssen wir auf Mischa warten und können hier nicht weg. Heute gibt es leider keine Bilder. Uwe hat Carmen zwar fleißig bei ihren Bemühungen in der Brandung fotografiert, aber es war leider keine Karte im Apparat. Vermutlich hat er das nur gemacht, damit sie sich morgen noch einmal in das Weißwasser stürzt.
Autor: carmen
Capital of Wind
Tarifa ist definitiv nichts für normale Badeurlauber. Dafür ist es hier das ganze Jahr über viel zu windig, aber uns gefällt das natürlich. Der 2. Teil unserer Reise soll in erster Linie dem Surfen gewidmet sein und da ist Tarifa ein guter Anfang. Dann soll es entlang der Mittelmeerküste nach Norden gehen mit Surfunterbrechungen am Mar Menor und in Leucate. Uwe hat hier heute einen großartigen Surftag mit 4.3 Quadratmetern, für Carmen zuviel. Gut man muss auch üben mit solchen Bedingungen zurecht zu kommen, aber schwimmen und Wasserschlucken ist halt nicht ihr Ding.


Traumtag in Los Lances Norte
Uns gefällt Las Dunas oder Punta Paloma, wie dieser Zipfel auch genannt wird, durch seine vorgelagerte Lagune wirklich gut.



Nach kurzer Shopping Tour, Carmen hatte tatsächlich keine offenen Schuhe mehr, ging es nach Los Lances Norte zum Surfen. Wir hatten ja seit Beginn unserer Reise fast durchgehend Flip- Flop Wetter und für den Dauergebrauch sind die scheinbar nicht gemacht. Zuerst musste Carmen ihre gebrochenen Birkenstocks entsorgen und jetzt die Flip-Flops.

Uwe hat das gleiche Problem mit seinen kurzen Hosen. Er hatte 3 dabei und 2 davon haben sich in ihre Bestandteile zerlegt. Euer Mitgefühl hält sich sicher in Grenzen, während ihr Zuhause in Daunenjacken herumgelaufen seid, haben wir unsere Sommerkleider verschlissen. Man hat es jedenfalls nicht leicht als Langzeiturlauber. Zum Glück kann man hier in Tarifa alles neu kaufen, was man als Europäer so braucht. In Marokko gab es für europäische gekleidete Frauen gar nichts zu kaufen. Für Männer war es etwas einfacher, aber kurze Hosen sind für marrokanische Männer tabu, also gab es die natürlich auch nicht.


Los Lances Norte (Spitzname Landebahn) ist wirklich ein Traumstrand, der keine Wünsche offen lässt. Uns gefällt es insgesamt in Tarifa so gut, dass wir schon die Angebote der Immobilienmakler studieren. Wir finden diese Ecke Europas einfach traumhaft schön und könnten uns vorstellen, für immer hier zu bleiben.
Nachtrag:
Unser Campfire-Team Freund Raimund hatte ja schon im Februar über PK25 in Dakhla berichtet und wir haben ja auch mehrfach auf unserer Seite geschrieben, dass die Lagune landschaftlich wunderschön ist, aber das Verhalten einiger Europäer dort unsäglich ist (Täglich grüßt der Gartenzwerg). Raimund und Andrea haben nun das Video dazu fertig gestellt. Damit ihr euch vorstellen könnt, aus welchem Grund wir das Ganze so kritisch sehen, nun der Link zu dem Video.
Traumtag in Punta Paloma
Morgens ziehen die Geier ihre Kreise über uns und die Pferde grasen vor der Wohnmobiltür. Hier ist wirklich ein paradiesisches Plätzchen.

Und dann kommt der angekündigte Wind und wir fahren nach Punta Paloma. Carmen wagt sich auch in die Brandung, weil die Lagune zum Surfen einfach zu flach ist.



Andy und Becca verlassen uns am Nachmittag, weil sie zum Paragleiten ins Landesinnere wollen.
Klettern in San Bartolo
Nach Wäschewaschen und Lidleinkauf gehen wir klettern. Der Stellplatz in den Bergen hätte Amalia sicher sehr gut gefallen. Es war ein richtiger Streichelzoo mit Eseln, Ziegen, Pferden und Kühen und 2 richtigen Kölner Sonderpädagogen, die hier eine Autopanne hatten.




Zum Glück hatten Andy und Becca ihre Kletterausrüstung dabei und Andy ist ein erfahrener Kletterer, der unsere Kletterkenntnisse aus der Halle nochmals auffrischt.







Und das tolle am Wohnmobilurlaub ist, wir können an diesem traumhaften Platz übernachten und werden morgen früh von Carmens Lieblingsesel geweckt, für den schon eine Karotte bereitliegt.
Back in Europe
Nach 3 Monaten Marokko erlebt man Tarifa ganz neu. Alles ist so sauber und nett und grün. Wir tanken Trinkwasser und LPG und genießen das tolle Wetter in Los Lances.

Elsa und Bernhard sind wieder glücklich vereint! Und Elsa zwinkert Bernhard sogar mit einem Scheinwerferauge zu.




An diesem riesigen Strandabschnitt der von keiner Hotelkette gesäubert wird, findet man fast keinen Müll, obwohl hier sehr viele Wohnmobile freistehen. In Marokko musste das Argument, dass das Meer viel Müll anspült und die Wohnmobilfahrer ihren Dreck einfach liegenlassen, für die Vermüllung der Strände herhalten. Aber das scheint wohl nicht die Ursache zu sein. Afrika ist nur 25 Kilometer entfernt und scheint zum Greifen nahe. Trotzdem sind die Unterschiede riesig.
Am Nachmittag ist dann doch noch genügend Wind für eine Surf- und Kitesession für Andy und Uwe. Andy geht mit dem 15er Core kiten und Uwe packt nochmal das 7.7 aus. Der für Tarifa übliche Starkwind ist das natürlich nicht, aber für den Anfang ganz nett. Gekrönt wird der Tag dann mit einem fürstlichen Abendessen. Andy hat Cheese-Maccaroni für uns zubereitet. Dieses Rezept brauchen wir für unserer Sammlung!!!
Fazit Marokko
Reisezeit
November bis März ist einerseits eine ideale Reisezeit für Marokko, andererseits gibt es in dieser Zeit sehr viele andere Wohnmobile hier. Wir hatten vom 15 Dezember an bis Anfang März eigentlich immer nur gutes Wetter mit Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad. Nachts kann es schon Mal kühl werden, aber dafür haben wir ja eine Heizung. Auch beim Surfen war es immer angenehm. Man hat ganz vergessen, dass es ja eigentlich Winter ist. Diese Vorteile nutzen natürlich auch viele Rentner, die hier jedes Jahr den Winter verbringen, mit Quad oder Roller Ausflüge machen und sich monatelang mit dem Camper nicht von der Stelle bewegen. Speziell um Agadir gibt es mehrere riesige Überwintererplätze mit deutschsprachigem Animationsprogramm und medizinischer Versorgung. Im Landesinneren stellt das kein Problem dar, aber auf besonders sauberen Campingplätzen, oder kostenlosen Plätzen, wie beispielsweise in Dakhla schon. Im April wird es dann wieder ruhiger und die Reihen lichten sich. Danach ist es dann sowieso zu heiß für eine Rundreise in Marokko.
Sehenswürdigkeiten
Leider versucht man in Marokko aus vielen bekannten Sehenswürdigkeiten einen Riesenrummel zu machen. Besonders unangenehm ist uns das in Ouzoud bei den Wasserfällen und in Ait Benhaddou aufgefallen. Man zahlt zwar keinen Eintritt, aber dafür spekulieren Hunderte von Händlern, Führern und Restaurants auf ein Zusatzgeschäft. Man kann Quadtouren, Kamelritte und tausend andere Sachen buchen oder kaufen. Wahrscheinlich ist das in Europa bei den touristischen Hotspots genauso, aber die meiden wir ja in der Saison immer.
Stellplätze
Freistehplätze gibt es genug in Marokko, aber weil während unseres Aufenthaltes 2 junge Frauen ermordet wurden, wurden viele Stellplätze geräumt. Mittlerweile hat sich die Lage wieder etwas beruhigt. Trotzdem gehen wir lieber auf Campingplätze, weil die in Marokko sehr einfach, aber auch sehr billig sind. Man zahlt zwischen 5 und 10€, kann duschen und wird vor allem nicht von bettelnden Kindern und aufdringlichen Händlern belästigt.
Fazit
Unsere Freunde haben vor unserer Abreise Bedenken geäußert, ob Marokko denn ein sicheres Reiseland ist. Also gefährlich ist es hier auf jeden Fall nicht, auch wenn 2 Touristinnen ermordet wurden. Möglicherweise wird man beim Kauf eines Souvenirs übervorteilt, aber das merkt man meist gar nicht, weil es trotzdem noch günstiger war als in Europa. Uns wurde auf jeden Fall nichts gestohlen und wir wurden auch nicht bedroht. Europäische Großstädte sind da eindeutig gefährlicher. Das Einzige, was uns wirklich stört, sind die hygienischen Bedingungen, vor allem die schlechte Trinkwasserqualität und die Vermüllung des kompletten Landes. Gefehlt haben uns nette Cafés und Restaurants, wie man sie in Europa überall findet. Hier trinken in den Cafés nur Männer ihren Thé à la menthe und zu essen gibt es meist Tajine und natürlich weder Wein noch Bier. Gerade im Urlaub gehört das bei uns dazu, in einem gemütlichen Lokal zu sitzen und zu genießen. In Städten wie Essaouira und Marrakesch gibt es das natürlich schon. Typisch marrokanisch sind diese Lokale natürlich nicht, aber es gefällt uns trotzdem. Städte wie Marrakesch sind nach unserem Geschmack zu quirlig. Obwohl wir einen Tag in einem wunderschönen Park waren und nur 2 Tage in der Medina hat es uns danach schon gereicht. Reizüberflutung!!! Allerdings ist das Handeln sehr viel leichter geworden oder wir können es jetzt einfach. Wir wurden kein einziges Mal belästigt.
Überlegungen für unsere nächste Marokkoreise
Die Jahreszeit Dezember bis März ist ideal. Ändern würden wir die Anreiseroute: Asilah Mohammedia, Marrakesch, Esaouira und von dort gemütlich die Küste entlang. Wir können uns auch vorstellen noch einmal nach Dakhla zu fahren, aber nicht mehr zu PK25. Dort ist es einfach zu schrecklich, auch wenn die Kitebedingungen ideal sind. Das nächste Mal würde Uwe gerne noch einmal ins Draa Tal und Richtung Wüste fahren, vielleicht auf dem Hinweg, wenn es noch nicht so heiß ist. Dann könnte man auf dem Hinweg über Marrakesch und den Tizi n’Tichka und Ait Benhaddou dorthin fahren. Im März kann es dort schon heiß sein, aber im Winter müsste es gehen. Zu klassischen Marrokko-Überwinterern werden wir so schnell noch nicht. Wir lieben das Fahren und bleiben nur in Ausnahmefällen, wenn wir Besuch haben oder die Surfbedingungen toll sind, länger irgendwo stehen.
Die blaue Stadt

Uns gefällt der terassenförmig angelegt Stellplatz in Chefchaouen im Waldschatten immer wieder sehr gut. Letztes Mal fanden wir die Stadt ein bisschen zu blau und glaubten an einen besonders guten Einfall des Tourismusverbandes. Jetzt haben wir allerdings gelesen, dass es eine alte Tradition ist, um Geister abzuwehren. Gut,es ist immer noch schrecklich blau, aber wenn es gegen Geister hilft, kann man es ja verstehen. Hier wird Carmen auch fündig beim Kauf von Borten, um Hundehalsbänder zu nähen.

Chefchaouen liegt im Rif-Gebirge und hat ein ganz anderes Klima als die Küstenregionen. Es ist schön grün und die Luft ist erfrischend klar.











Neue Freunde findet man hier schnell.

Besonders wenn man etwas Essbares in der Hand hält.







Nach solviel Blau brauchen wir erst einmal eine kleine Pause um unsere Augen wieder auf alle anderen Farben einzustellen. Ein kleiner Rastplatz hinter Chefchaouen bietet eine grandiosen Blick auf die Täler und Berge. Auch Mina genießt das Blumenmeer.

Dann geht es noch 100 km in Richtung Norden nach Tanger. Zuerst haben wir noch ein paar Hürden zu überwinden. Niemand will unsere Gasflasche zurück nehmen. Schließlich finden wir doch einen Händler, der uns zwar ein bisschen über den Tisch zieht, aber 5€ Verlust können wir uns leisten. Dann wird Carmen noch von 5 marokkanischen Jugendlichen bedroht, als sie das Restgeld in Obst investieren will, mitten auf der Hauptstraße. Da zahlen sich dann 10 Jahre Gesamtschule aus. So schnell lässt sich Carmen nicht einschüchtern. Einige besteigen dann unser Wohnmobil. Wir fahren los, genau bis zur nächsten Kreuzung, wo die Polizei steht und bitten den Polizist um Hilfe. Und dann sind sie plötzlich verschwunden. Leider hat bei dieser Aktion unsere Fahradabdeckung Schaden genommen: ein großer Riss, aber es hätte schlimmer kommen können. In Tarifa gibt es Segelmacher, die können bestimmt auch die Abdeckplane reparieren.
Im Hafen geht alles ganz schnell, Passkontrolle, Wohnmobil verlassen, Scannen und schon geht es an Bord. Um 7:45 legen wir ab. Wir schaukeln ein bisschen. Die Straße von Gibraltar ist bekannt für viel Wind. Erst um 21:00 Uhr sind wir in Tarifa. Wir treffen Andy und Becca und machen erst einmal einen ausgiebigen Kneipenbummel. Wir schlafen auf dem Stellplatz in der Stadt. Es ist nicht schön hier, aber ruhig und nach einem Abend in der Altstadt genau richtig.
Über Rabat nach Chefchaouen
Wie so viele Campingplätze in Marokko gibt es auch auf Mimosas jede Menge Federvieh. Wir haben keine Ahnung, warum man das hier so macht. Gästebelustigung halten wir eher für unwahrscheinlich.

Um 12 Uhr haben wir einen Termin in Rabat. Wir haben Aisha dann seit 12 Tagen aufgepäppelt und können nur hoffen, dass es ihr weiterhin gut geht. Natürlich ist das Hundeelend in Marokko groß. Aber obwohl wir eine Schwäche für Streuner und Findelkinder haben, alle können wir nicht retten. Das Risiko bei der Einreise nach Europa Ärger zu bekommen, ist uns zu groß. Sanna und die Kätzchen haben wir legal über die Grenze gebracht und Mina war, bis sie einen Flugpaten bekam in einer Auffangstation. Keiner weiß wirklich was passiert, wenn wir erwischt werden, alle haben nur Informationen vom Hörensagen. Wir haben ein gutes Gefühl, das Richtige getan zu haben und können den neuen Besitzern nur weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Diese Aussicht hat Aicha jetzt jeden Tag, der Strandabschnitt liegt nur 3 Minuten von ihrem neuen Zuhause entfernt.

Uwe ein letztes Mal in Begleitung seiner 3 Mädels.

Zum Abschied noch ein Küsschen.
Pünktlich um 12 Uhr kommen die beiden jungen Frauen zu uns und wir gehen in Aishas neues Zuhause. Sie haben ein Körbchen vorbereitet und freuen sich riesig. Den Umgang mit dem frechen Naseweis müssen die Mädels noch lernen. Aber alle Hundebesitzer waren ja irgendwann einmal Anfänger. Aisha versucht nämlich gleich Schuhe anzuknabbern. Wir erklären ein bisschen, wie man Welpen am besten erzieht und vom Unsinn machen abhält.

Das ist Aichas neues Körbchen.

Aber auf dem marokkanischen Sofa liegt es sich viel gemütlicher.
Wir kaufen noch einmal im Marjane ein und dann geht es über kurvige Bergstraßen ins Riffgebirge nach Chefchaouen. Den schönen Stellplatz erreichen wir erst in der Dämmerung.
Mohammedia

Morgen geben wir unseren kleinen Zugluftdackel wieder ab.
Heute geht es wieder zur Küste nördlich von Casablanca, weil wir morgen früh die neuen Besitzer von Aicha in Rabat treffen wollen. Zur Abwechslung probieren wir dort einmal einen neuen Campingplatz aus, weil der L‘ oçean Bleu so wenig Hundeauslauf zum Spazieren hatte. Die Autobahn nach Casablanca ist zwar kostenpflichtig, aber sehr gut ausgebaut und fast leer. Für die Hundis ist das ein angenehmer Reisetag, weil es heute Nacht ein bisschen geregnet hat und es daher nur 18 Grad Celsius sind. In Mohammedia gehen wir dieses Mal zu Mimosas. Der Campingplatz gefällt uns eigentlich besser als Oçean bleu, weil er nicht zwischen Hochhäusern eingezwängt ist und man über den rückwärtigen Eingang direkt zum Strand kommt. Wir freuen uns, dass wir genau dort die gute Caramelle Bäckerei wieder finden, weil unsere Frühstücksvorräte schon aufgebraucht sind. Der Tag ist wieder gerettet.






