Superstrände

Heute wollen wir uns die schönsten Strände der iberischen Halbinsel ansehen.

Der riesige Dünenstrand von Vilar ist schon Mal eher enttäuschend. Wegen des Dünenschutzes ist alles mögliche verboten. Gut, klar muss die Vegetation geschützt werden und darf nicht zertrampelt werden. Dazu sind die Stege natürlich sinnvoll, aber aus welchem Grund dürfen angeleinte Hunde die Stege nicht betreten, aber Pferde schon? Das ist kein Strand für uns. Außerdem gibt es auf dem Stellplatz massenhaft Wohnmobile, obwohl das im Naturschutzgebiet ausdrücklich verboten ist.

Gerade Mal siestatauglich ist der Playa mañons von Boiro

Wir wussten ja, das die Rias baixas stark zersiedelt sind, aber nach unseren vollkommen menschenleeren Stränden von gestern und vorgestern, kam die Flut von Ferienwohnungen doch ziemlich überraschend. Im Inneren wirkt das Meer der Rias immer wie ein See, zum Schwimmen ist das angenehm, aber trotzdem gefällt es uns nicht. Außerdem gibt es hier viele Muschel-Zuchtanlagen. Dann versuchen wir es doch Mal mit einer Insel. Die Isla Arousa ist durch eine lange Brücke mit dem Festland verbunden und dort gibt es einen Strandparkplatz, wo wir unser Nachtlager aufschlagen können.

Kelten

Leider war nicht mehr genug Wind zum Surfen. Daher haben wir uns die keltische Siedlung von Baroña angesehen. Diese alte Befestigungsanlage war bis ins 5 Jahrhundert noch bewohnt. Man kann dort die Fundamente einer Siedlung mit ca. 20 Rundhütten besichtigen.

Die Besichtigung der keltischen Anlage war so anspruchsvoll, dass wir unsere Badelatschen gegen Sportschuhe getauscht haben.

Da wir ja nun schon länger in Spanien sind und uns an die landestypischen Sitten und Bräuche anpassen wollen, verbringen wir die Siesta an der Playa de Queiruga.

Wieder einmal ist außer uns keiner da.

Den Rest des Tages und die Nacht stehen wir am Praia da Catia in der Nähe von Basoñas.

Santiago

Unser Stellplatz in der Carnotabucht sieht heute auch schon viel freundlicher aus.

Mit Hilfe des Navis ist der Wohnmobilstellplatz in Santiago dieses Mal problemlos zu finden. Von dort pilgern wir dann mit den Hunden 2 km ins Zentrum.

Für die Jakobspilger ist diese Stadt eigentlich das Ziel ihres Weges. Ob der Apostel Jakobus tatsächlich in Santiago war und seine Gebeine hier ruhen, ist reine Glaubenssache. Eine Legende behauptet, dass Jakobus zu Christianisierungsversuchen in Galicien war und später von Herodes enthauptet wurde. Sein Marmorsarg wurde auf ein unbemanntes Schiff gestellt und trieb bis Santiago. Dort wurde er dann beigesetzt. Als im 8. Jahrhundert Spanien von den Mauren besetzt war, brauchte der spanische Königshof etwas, um die Kämpfer bei Laune zu halten und man fand wundersamer Weise auf dem Sternenfeld (campus stellae) einen Marmorsarg und entschied, dass es sich um den Sarg von Jakobus handelt.

Die Kathedrale ist überladen und eigentlich innen ein bisschen zu stark mit Gold verziert. Es ist eindrucksvoll, aber auch alles extrem touristisch.

Auf dem Platz vor der Kathedrale herrscht eine ausgelassene Stimmung unter den Pilgern aus aller Herren Länder, alle sind froh, die Strapazen des Camino hinter sich zu haben.

Nach der anstrengenden Pilgertour entspannen wir bei Café con Leche in der Sonne in einem der zahlreichen Cafés.

Wir fahren am Abend noch einmal ans Meer und finden den schönen Strand von Aguieira. Zu unserer Überraschung sehen wir seit langem mal wieder Kiter auf dem Wasser. Die eingeschnittene Bucht des Ría de Muros e Noia ist ein ideales Surf und Kite Revier und für morgen ist Wind gemeldet.

Vielleicht haben wir morgen Glück und können endlich Mal aufs Wasser.

Das Ende der Welt – Cabo Fisterra

Uns gefällt es am Ende der Welt ausgesprochen gut. Das Cabo Touriñan ist der westlichste Punkt Europas, genau genommen ist es dieses kleine Felseninselchen, das man bei Ebbe angeblich zu Fuß erreichen kann.

Auf dem Weg zum Ende der Welt entdecken wir noch den wunderschönen Praia do Rostro. Die Hundis sind hin und weg, endlich mal wieder rennen und Löcher graben.

Das Cabo Fisterra wurde früher als das Ende der Welt angesehen, deshalb pilgern viele Jakobspilger über Santiago hinaus bis hierher.

Wir sehen jede Menge Pilger und hören schon seit mehreren Tagen von Hape Kerkeling „Ich bin dann mal weg“ zur Einstimmung. Wir überlegen ernsthaft, den Jakobsweg zu pilgern, aber nur wenn unsere Hundis mitkönnen. Als wir heute das Kap besichtigen, natürlich mit Rucksack und Badelatschen, hat ein Spanier uns schon „Buon Camino“ gewünscht. Ob das ein Zeichen ist?

Hier hat nicht etwa jemand seinen Schuh vergessen, sondern es handelt sich um ein Kunstwerk zur Erheiterung der müden Pilger, die am liebsten ihre Wanderschuhe fortwerfen würden.

Der Stellplatz am Cabo Fisterra ist wirklich einzigartig. Dort unter dem blaue Pfeil steht unsere Elsa.

Entlang der Küste des Todes bis zum Ende der Welt – Costa da morte

Über eine Piste fahren wir an der wilden Costa da morte entlang. Obwohl es fast windstill ist, haben wir noch nie so aufgewühltes Wasser gesehen. Die Bilder geben nicht wirklich wider, wie wahnsinnig wild es hier aussieht. Kein Wunder, dass sich hier niemand zum Baden oder Surfen her traut.

Anschließend fahren wir nach Camelle zu Manfred. Schade, dass er nicht mehr lebt, aber er würde es wohl nicht glauben, dass es hier ein Museum zu seinem Gedenken gibt. Eigentlich war Manfred ein deutscher Aussteiger, der in den Sechzigern hier hängen geblieben ist. Er lebt hier am Strand ein Einsiedlerleben und formte Skulpturen aus angeschwemmtem Treibholz und den runden Kieselsteinen. Er starb plötzlich kurz nach dem Tankerunglück der Prestige, das auch seine Kunstwerke in Mitleidenschaft zog. Daher wurde er zur Symbolfigur der Protestbewegung gegen den fahrlässigen Umgang mit dem Transport von Giftstoffen auf den Weltmeeren.

Unser Nachtlager schlagen wir am westlichsten Punkt Europas auf, zumindest fast. Eigentlich ist der westlichste Punkt das Cabo da Roca in Portugal. Der westlichste Punkt der iberischen Halbinsel ist hier aber schon, auch wenn das Cabo Fisterra viel populärer ist. Am Punta de Corsen waren wir am Anfang unserer Reise schon und das Cabo da Roca werden wir auch bald wiedersehen.

Auf jeden Fall ist es schön hier. Hier ist leider auch das letzte schlimme Tankerunglück der Prestige passiert. Millionen von Freiwilligen haben die Küsten wieder gereinigt und man kann nichts mehr davon sehen.

La Coruña

Heute ist Sonntag und in der Nacht haben wir die Ausläufer von Hurrikan Leslie in Form von Starkregen gespürt. Also skypen und trödeln wir erst einmal ein bisschen, bis wir nach La Coruña aufbrechen.

Nach einem Strandspaziergang fahren wir nach La Coruña. Unser Navi versucht wieder einmal Abkürzungen durch die Fußgängerzone und Einbahnstraßen zu finden. Schließlich schalten wir es ab und suchen altmodisch einen Parkplatz. Klappt eigentlich auch ganz gut.

La Coruña ist eine sehr helle Stadt mit weißen Glasvorbauten an den Häusern. Dazwischen gibt es Kirchen und das schöne Rathaus.

Mitten in der Stadt kann man den Wellenreitern von der Uferpromenade aus zusehen und eine Surferskulptur gibt es natürlich auch.

Der Herkulesturm ist der älteste noch in Betrieb befindliche Leuchtturm der Welt. Er wurde im 2 Jahrhundert n.Chr. erbaut, allerdings mittlerweile stark verändert. Er ist nicht wirklich schön geworden, evtl. war der alte römische Turm schöner. Zu sehen ist nur noch die alte Inschrift aus der Zeit der Erbauung.

Nach dem tollen Stadtbesuch fehlt uns nur noch ein ruhiges Plätzchen für die Nacht. Wieder einmal erleben wir die gleiche Enttäuschung, wie bereits gestern mit unserem Reiseführer. Plätze, die dort in den hõchsten Tönen gelobt werden, entpuppen sich als Katastrophe. Da es bereits dunkel wird, bleiben wir bei der letzten Enttäuschung. Immerhin ist es sehr ruhig, der Stellplatz liegt am Meer und es wird uns wohl niemand vertreiben. Hier ist es sogar so ruhig und abgeschieden, dass man weder telefonieren, noch fernsehen kann. Wir haben also einen sehr angenehmen, stressfreien Abend.

Wir befinden uns hier schon an der Todesküste, der Costa del Morte. Die Küste heißt so, wegen der zahlreichen Schiffsunglücke, die sich hier ereignen. Im letzten Jahrhundert waren es 140 größere Havarien, die sich an der Steilküste, mit den vorgelagerten Felsinsel ereigneten. Auch für Schwimmer und Surfer soll es hier sehr gefährlich sein. Weil wir keinen Wind haben, besteht zur Zeit keine Gefahr.

Durchgeschüttelt

Wir sind Windsurfer und lieben es, wenn der Wind ums Womo pfeift, aber was wir heute Nacht erlebt haben, war grenzwertig. Schon beim Schlafen gehen, haben wir gemerkt, dass es klüger wäre, ein windgeschütztes Plätzchen zu suchen. Google Maps belehrt uns schnell. In der näheren Umgebung haben wir keine Chance. Also parken wir erst Mal um, damit wir nicht mehr quer zum Wind stehen. Bis 5 Uhr morgens bringt das tatsächlich etwas Ruhe. Dann werden wir wieder extrem geschüttelt. Der Wind hat zugelegt. Wir verkrümeln uns in den Hafen hinter eine riesige Mauer, aber selbst das hilft nicht viel. Wir müssen Elsa zwischen ein Haus und die Mauer quetschen. Dann ist Ruhe und die ganze Womobesatzung schläft bis halb zehn friedlich. Der Witz an der ganzen Sache ist nur, dass alle Wetterapps Windstille ansagen, während unsere Messung in Böen 8 Beaufort anzeigt.

Die Fischer und Möwen scheint der starke, ablandige und sehr böige Wind nicht zu stören.

Nach dem Frühstück und mit einsetzender Ebbe fahren wir nochmals zum Playa de Las Catedrales. Gestern fanden wir diesen Strand eher langweilig, haben ihm aber zum Glück eine zweite Chance gegeben. Man muss wirklich bei Ebbe dorthin. Nur dann kann man die kathetralenartigen Höhlen überhaupt sehen. Er ist tatsächlich so toll, dass man im Sommer sogar per Internet Karten für den Zugang zum Strand reservieren muss.

Die Brandung hat in das blätterteigähnliche Gestein riesige Höhlen gespült.

Mittagspause machen wir an einem ruhigen Strand (Playa de Pampillosa), westlich von Foz

Hier sind wir wieder Mal die Einzigen weit und breit.

Seit wir nicht mehr in Asturien sondern in Galicien sind, sehen auch die Getreidespeicher anders aus.

Je weiter wir dem nördlichsten Zipfel der iberischen Halbinsel kommen, um so norwegischer wird die Landschaft. In einem Pinienwald am Meer an der Playa de Esteiro verbringen wir den Rest des Tages.

Endlich gibt es am Stellplatz genügend Bäume und so fängt Uwe zu später Stunde noch mit dem Slacklinen an.

Es zieht uns weiter westwärts Richtung Galicien

Heute ist kein Bilderbuchwetter. Für uns heißt das immer fahren und besichtigen.
Zuerst fahren wir zum Fischerdorf Cudillero.

Der Ort wird zwar in jedem Reiseführer erwähnt, allerdings blättert der pittoreske Charme in vielen Seitenstraßen erheblich. Viele Häuser, die man fast schon als Ruinen bezeichnen muss, stehen zum Verkauf.
Dicht an dicht klettern hinter dem winzigen Hafen die Häuser einen fast schluchtartigen Taleinschnitt hinauf.

Wir und vor allem unsere Hunde wurden von den Hausdächern aus argwöhnisch beobachtet.

Auf den Felsen am Rande des Hafenbeckens wimmelte es von seltsamen Meeresbewohnern. Leider reichen unsere Kenntnisse nicht aus, diese zu bestimmen.

Die Mittagspause verbringen wir am Cabo Busto und kommen wieder an den lustigen Horeos vorbei. Horeos sind mäusesichere Getreidespeicher.

Damit auch jeder weiß, wo er ist, hat man das zur Sicherheit auf den Leuchtturm geschrieben.

Auf dem Weg zu unserem Übernachtungsplatz kommen wir am Playa de Las Catedrales vorbei. Leider ist gerade Flut und man kann nicht an den Strand um durch die Felsbögen zu laufen. Zum Übernachten ist es uns hier zu voll, also fahren wir noch ein paar Meter die Küste lang.

Der Übernachtungsplatz liegt direkt neben einer alten Aufzuchtanlage für Krustentiere (Grüße an unsere lieben Meeresbiologen!) und nennt sich Cetarea do Porto de Rinlo.

Wellenreiterspot

Heute beobachten wir von unserem Logenplatz die Wellenreiter und wollen uns ausnahmsweise Mal nicht von der Stelle bewegen.

Viel spannender als die Wellenreiter, die meistens nur im Wasser rum dümpeln (unser Eindruck), war die wild spritzende Gicht. Auf jeden Fall hatten wir beim Lesen eine gigantische Kulisse. Zur Ehrenrettung der Wellenreiter sei gesagt: wir waren nicht im Wasser!