Endlich wieder Sommerwetter!

Wir hatten zwar schon zu Beginn unserer Reise in Österreich und an der Donau Sommerwetter, aber irgendwie vergisst man das so schnell. Heute ist es bereits morgens schön warm. Man kann in kurzer Hose draußen sitzen. Heute Nachmittag könnte es zwar noch einmal kurz regnen, aber wir sind das ja gewöhnt.

Wegen der leicht unbeständigen Aussichten entscheiden wir uns gegen einen faulen Strandtag und brechen zum Komansee auf.

Zuerst werden noch einmal Vorräte ergänzt. Es gibt hier mittlerweile Bäckereien und Supermärkte nach europäischen Standards, aber auch noch die traditionellen Straßenhändler. Es wirkt alles ein bisschen chaotisch und improvisiert, aber es funktioniert.

Hunde laufen hier grundsätzlich frei, aber man kann mit Kuh oder Pferd am Führstrick in der Kneipe vorbei schauen.

Waschmaschinen transportiert man hier mit dem Fahrrad. Warum auch nicht? Wir haben gesehen, dass es geht.

Wir fahren am Drin entlang in die Berge. Das haben wir vor 10 Jahren schon einmal gemacht. 50 km waren damals ein Tagesausflug. Nirgendwo konnte man anhalten. Schlaglöcher so groß wie Badewannen waren mit Steinen markiert. Im Vergleich zu diesem Abenteuer ist es diesmal echt langweilig. Kein einziges Schlagloch!

Zum Überfluss gibt es hier jetzt noch einen Campingplatz direkt am See mit leckeren albanischen Spezialitäten.

Vor 10 Jahren haben wir hier für 2 Espresso 1 € bezahlt und weil die Bedienung nicht wechseln konnte und auf keinen Fall ein Trinkgeld annehmen wollte, mussten wir den Espresso als Geschenk des Hauses annehmen.
Das hat sich vermutlich geändert. Wir dürfen jetzt sicher ein Trinkgeld geben, aber es ist immer noch wunderbar untouristisch.

In Albanien stellt man aus Rosenblättern Sirup her. Das muss ich zuhause nachmachen.

Das ist eine wunderschön verzierte albanische Aussteuertruhe.

Wir sind eigentlich hierher gekommen, weil uns seit Jahren eine Tour auf dem Lake Koman in der Nase steckt. Vor 10 Jahren war der „Fährbetrieb“ gerade wegen des recht abenteuerlichen Gefährts eingestellt worden und letztes Jahr war es uns zu heiß. Dieses Jahr haben wir jetzt eine individuelle Tour gebucht. 30 € inklusive Mittagessen erscheint uns angemessen. Würden wir das Linienschiff nehmen, müssten wir 5 h fahren. Das ist uns eigentlich ein bisschen zu lang. Die Landschaft soll zwar großartig sein, weil der Komansee eigentlich kein See ist, sondern immer noch der gestaute Drin, aber wir haben Berichte von völlig überfüllten Booten gehört. Man hat dann möglicherweise keinen Sitzplatz und das wollten wir uns nicht antun.

Wir haben ja in vorangegangenen Berichten ein bisschen über das schlechte Wetter und Touränderungen gejammert, aber das ist im Nachhinein gesehen alles nicht schlimm, wenn man die Berichte über die Naturkatastrophen liest, die es in den von uns ausgelassenen Gebieten in Bosnien und Kroatien gab.

Dieses Bild hat unsere Drohne Hedwig gemacht.
Und die hier auch.

Und sie kann auch Videos!

1 Lake Shkodra Resort N 42° 8′ 21,3″ O 19° 28′ 2,9″
2 Agora Camping N 42° 4′ 7,0″ O 19° 41′ 9,0″

Alles beim Alten?

Ja! Was die Farbe des Himmels angeht, hat sich nichts geändert. Es regnet nicht mehr und der extrem starke Wind hat deutlich nachgelassen. Gestern Abend gab es Sturmwarnung auf unserer WetterApp, aber wir stehen auf der windabgewandten Seite der Halbinsel, deshalb haben wir uns keine Gedanken gemacht. Heute wollen wir durch Montenegro nach Albanien fahren. Das sind nur 185 km. Die Besichtigung von Kotor muss warten. Bei grauem Himmel macht das keinen Spaß, ebenso das Landesinnere von Montenegro. Am Lake Skoder soll angeblich die Sonne scheinen.

Ein toller Stellplatz, trotz der Widrigkeiten des Wetters!

Wir entscheiden uns dann doch für Kotor und entdecken ein einzigartiges Naturschauspiel. Eine gigantische Quelle, die aus dem Berg schießt.

Und auch Kotor gefällt uns ausgesprochen gut. Gut, weniger Touristen wären schön gewesen. Aber bei solch schönen Orten ist man halt selten alleine.

Es gibt unzählige Katzen in Kotor und Sanna wird argwöhnisch beäugt.

Dann geht es zurück an die montenegrinische Küste. Budva ist ein ausgesprochen hässlicher Touristenort, aber der ein oder andere Ort sieht doch recht nett aus.

Sveti Stefan gefällt uns, aber Kreti und Pleti und dann noch mit Wohnmobil will man dort nicht haben.

Sveti Stefan

Sveti Stefan

Anschließend fahren wir durch die Berge zum Lake Skoder. Wir finden einen wunderschönen Stellplatz, aber das verschilfte Ufer verheißt nichts Gutes. Hier wird man in der Dämmerung sicherlich aufgefressen.

Also geht es gleich über die albanische Grenze zu einem unserer Lieblingsstellplätze „Lake Shkodra Resort“.

Eigentlich ist hier ein Steg. Wegen des anhaltenden Regens ist er komplett unter Wasser.

1 Anleger Vitaljina N 42° 24′ 21,9″ O 18° 30′ 41,7″
2 Uvala Sopot N 42° 30′ 49,1″ O 18° 40′ 53,3″
3 Stari Grad Kotor N 42° 25′ 29,8″ O 18° 46′ 15,1″
4 Lake Shkodra Resort N 42° 8′ 21,3″ O 19° 28′ 2,9″

Fazit Montenegro

Die Tatsache, dass wir dieses Land schon nach einem Tag wieder verlassen, sagt eigentlich genug. An der Küste hat man lange Zeit auf russische Touristen gesetzt. Bei unserem ersten Besuch vor 10 Jahren war hier russisch auf allen Speisekarten zu lesen. Weder englisch noch eine andere Sprache war hier von Belang. Bereits im letzten Jahr sah man keine russischen Werbeplakate mehr. Ob das an der militärischen Spezialoperation liegt?

Schöner geworden ist es dadurch nicht. Immer noch gibt es winzige Buchten, die mit Hochhäusern vollkommen zugebaut wurden. Das Landesinnere, vor allem die Taraschlucht, steht nach wie vor auf unserer Bucketliste. Aber die Küste: nein! Definitiv nichts für uns.

Fazit Kroatien

Morgen werden wir Kroatien verlassen. Obwohl das Wetter diesmal unterirdisch war, entdecken wir immer wieder nette Plätzchen, allerdings eher nicht an der Küste, sondern im Landesinneren. Die Küste mit ihren Steinstränden gefällt uns überhaupt nicht. Dazu kommt noch, dass man in Kroatien auf meist überteuerte Campingplätze gehen muss. Wenn wir einmal viel Zeit haben, werden wir mal Inselhopping in Kroatien versuchen. Vielleicht gefällt es uns ja dort besser.

Reljani ist eine Ausnahme. Dort gibt es auch tolle Klettersteige.

Biograd hätte uns auch bei gutem Wetter nicht gefallen.

Die Cetina ist toll. Und auch in Omiš gibt es einen tollen Klettersteig.

Camping Kate bei Dubrovnik ist super.

Die Tage des alten Fähranlegers bei Vitaljina sind wohl gezählt.

Achso: Kroatien heißt auf kroatisch „Hrvatska“, aber das ist für uns schwer auszusprechen.

Dubrovnik

Für die Cetina haben wir eigentlich 2 Tage eingeplant. Hier hat es uns letztes Jahr soo gut gefallen. Es ist immer noch schön, aber die Cetina ist über die Ufer getreten und außerdem gibt es eine Sturmwarnung. Wir wollten eigentlich einen Klettersteig in Omiš machen, aber Nässe und Sturm sind beim Klettern eher hinderlich und wir wollen das Schicksal nicht herausfordern. Immerhin gießt es nicht und es sind 18 Grad. Also werden wir entlang der Cetina nach Omiš fahren, weiter nach Dubrovnik und dort entscheiden wir dann, wie es weitergeht. Omiš war im 14 Jahrhundert ein gefürchteten Piratennest und selbst große venezianische Handelschiffe kamen dort nicht ohne Wegezoll vorbei.

Wir hatten auch noch den Plan nach Mostar zu fahren, aber weil es im Landesinneren liegt, halten sich dort die Regenwolken fest.

In Omiš ist es nicht wirklich schön, deshalb fahren wir weiter die Küste entlang. So aufgewühlt haben wir die Adria noch nie erlebt.

Die Mittagspause verbringen wir im Neretva Delta.

Es ist toll hier, kein Mensch außer uns. Man hört nur das Rauschen der Wellen. Genau solche Orte lieben wir. Auch zum Surfen und Kiten müssen wir uns diesen Spot merken.

Um 2 Uhr frischt der Wind auf und der Himmel wird dunkel. Dann fahren wir doch einfach weiter.

Surfschule

Die Sturmwarnung für den heutigen Tag war wirklich berechtigt. Es hört einfach nicht auf.

Heute sind wir 270 km gefahren.

Wir stehen auf dem alten Fähranleger in Vitaljina. Alle Kneipen sind zu. Es ist bedeckt und windig. Morgen werden wir Kroatien verlassen. Wir können schon nach Montenegro sehen.

Heute hat es immerhin nicht geregnet. Allerdings ist das Wetter eher so, wie man es für Holland im April erwartet.

1 Vir Rafting Cetina N 43° 25′ 40,8″ O 16° 51′ 20,6″
2 Neretva Delta N 43° 1′ 8,1″ O 17° 26′ 43,2″
3 Anleger Vitaljina N 42° 24′ 21,9″ O 18° 30′ 41,7″

Werkstattbesuch

Wenigstens das Wetter macht uns den Einstieg in diesen Tag leicht. Der Himmel ist strahlend blau.

Durch die ungewöhnliche Helligkeit wachen wir schon vor 7 Uhr auf. Das ist bei uns eher ungewöhnlich. Aber gut so! 👍 Wir wollen ja pünktlich in der Werkstatt sein.

Der Werkstattmeister krempelt sofort die Ärmel hoch und will in 2 Stunden einen genauen Plan haben, wie es weiter geht. Er schickt uns erst einmal in eine Bäckerei.

Den Rosen scheint der Regen gut zu tun.

Im Yachthafen suchen wir uns schon mal unsere Traumyacht aus.

Zum Chartern können wir uns das leisten, aber wenn wir uns einen Katamaran dieser Größenklasse kaufen wollen, müssen wir wohl unser Häuschen verkaufen.

Gut, dass wir den Mut hatten die Werkstatt zu wechseln. Die andere Werkstatt wollte wohl an uns verdienen. Nach 2 Stunden und um 360€ ärmer, sind wir bei der neuen Werkstatt durch. Uwe hatte mit wesentlich mehr gerechnet. Hotelzimmer und Mietwagen können wir jetzt rückgängig machen. Wir sind manchmal ein bisschen zu vorausschauend. Wir können weiter und sind mehr als erleichtert. Wir hatten nach den Aussagen der ersten Werkstatt schon einen Plan C, wenn es gar nicht mehr zu reparieren gewesen wäre.

Bei gutem Wetter geht es jetzt erst einmal nach Primosten.

Zuerst aber brauchen wir noch eine kleine Stärkung.

Das Meer sieht hier wegen den unzähligen Inselchen immer so klein aus. Eigentlich gefällt es uns nicht wirklich, aber zum Segeln ist es ideal.

Es gibt wirklich unendlich viele kleine Inseln. Wir sind der blaue Punkt.

Kurz vor Primosten geht dann ein fürchterliches Gewitter mit Starkregen los. Es soll wohl nicht sein. Primosten muss warten. Wir fahren weiter zu unserem heutigen Tagesziel an die Cetina. Dort haben wir letztes Jahr eine Rafting Tour gemacht und wir dürfen in diesem Jahr auch ohne Rafting wieder kommen.

Ob man bei dieser Strömung überhaupt auf die Cetina kann ist die Frage.

Letztes Jahr sah es so aus.

1 Kamp Bakija N 43° 55′ 22,3″ O 15° 27′ 24,7″
2 Srima N 43° 44′ 20,5″ O 15° 48′ 40,7″
3 Vir Rafting Cetina N 43° 25′ 40,8″ O 16° 51′ 20,6″

Lesetag

Wir haben normalerweise immer die Devise, dass Regentage zum Fahren genutzt werden. Das fällt heute leider aus. Zu allem Elend ist auch noch Starkregen angesagt. Selbst ein Ausflug nach Zadar erscheint wenig verlockend.

Blick auf die Bucht mit unzähligen Inseln

Für morgen haben wir schon eine Werkstatt im Visier, die einen sehr guten Eindruck macht. Dort werden wir morgen früh vorbei fahren. 1,8 km Zitterpartie! Und dann sehen wir weiter.

Ansonsten haben wir nur einen kleinen Spaziergang zum Hafen geplant und das war es dann. Wir relaxen heute mal.

Biograd ist kein schöner Ort. Ohne Panne wären wir hier nie gelandet, aber wenn wir schon mal hier sind, essen wir lecker Pizza.

Die vorgelagerten Inseln sind wirklich interessant und ziemlich karg.

Man kann bei gutem Wetter Badeausflüge hierhin machen.

Am Nachmittag wird es zumindest ein bisschen heller am Himmel. Es ist übrigens nicht wirklich kalt. 18 Grad!

Heute war wirklich ein sehr unangenehmer Tag. So ein Wetter würde man im November in Dänemark erwarten, aber nicht in Dalmatien Mitte Mai. Die Einheimischen tragen es mit Fassung, weil sie wissen, der Sommer kommt noch. Aber alle Urlauber, die hier mit kleinen Kindern einen Badeurlaub genießen wollten, können einem nur Leid tun.

Wer wirft in diesem Urlaub eigentlich alle unsere Pläne über den Haufen?

Gestern hatten wir für Reljani einen tollen Klettersteig ausgesucht. Nachdem es die ganze Nacht geregnet hat, können wir das leider abhaken. Unser nächster Programmpunkt wäre ein Klettersteig in Omis gewesen. Wir fahren jetzt einfach mal dorthin und entscheiden uns dann ganz spontan.

Reljani ist ein Stellplatz mitten im Nirgendwo mit kleinem Steinstrand

Unterwegs wollen wir uns noch Primosten anschauen, weil wir das 2013 aus Zeitgründen auslassen mussten.

Das ist die kleine Bucht von Reljani

Kurz nach diesem Foto haben wir plötzlich eine Panne. KEILRIEMEN GERISSEN!!
Und das am Samstag!

Ein netter Kroate, der perfekt englisch spricht, empfiehlt uns bis Benkovac zu fahren. Das ist wenigstens ein halbwegs großes Örtchen, meint er. In Benkovac versuchen wir mit Hilfe des ADAC etwas zu bewegen. Weil es endlos dauert, bis jemand im Callcenter Zeit hat, fahren wir selbst schon einmal zu einer Werkstatt. Der ADAC managt mit kroatisch sprechenden Mitarbeitern die Kommunikation. Das ist natürlich hilfreich. Trotzdem bleibt das Problem, dass wir bis Dienstag nicht hier in der Werkstatt bleiben können. Wir versuchen einen Mietwagen zu bekommen, um uns ein Hotelzimmer suchen zu können. Mit dem Taxi fahren wir nach Zadar zum Flughafen und versuchen den Mechaniker davon zu überzeugen, dass wir zumindest die erste Nacht auf seinem Gelände übernachten können. Noch niemals hatten wir so viele Probleme in einem einzigen Urlaub, aber es hilft nichts.

Da müssen wir jetzt durch.

Nachdem der Werkstattmeister nicht sonderlich kooperativ ist, haben wir uns entschlossen, unser Glück herauszufordern. Wir tuckern in den nächsten Ort an der Küste. Natürlich haben wir vorher die Werkstätten bei Google gecheckt. Es kann nur besser werden. Der Campingplatz ist ein echter Glücksfall. Klein und direkt am Meer. Genau das, was wir brauchen, um uns in Geduld zu üben.

20 km mussten wir noch schaffen. Nach 18,5 km war Schluss. Uwe musste für die letzten 1,5 km die Aufbaubatterie anschließen. Zum Glück kann er sowas.

Das rote Schnuckelchen ist unser Mietwagen.

Ein komplett chaotischer Tag endet sehr entspannt.

Eine neue Freundin haben wir auch gefunden.

Auch wenn manche Situationen herausfordernd sind, wir lieben unsere Art zu reisen und wollen solche Situationen nicht missen. Gut! Im ersten Moment natürlich schon. Aber wir sehen dann auch immer wieder, wie gut wir Krisen meistern können und wie gut wir uns als Team ergänzen. Uwe ist der Mann fürs Grobe! Sofort packt er das Werkzeug aus, um Carmens Ideen in die Tat umzusetzen.

1 Reljani N 44° 16′ 18,8″ O 15° 30′ 7,9″
2 Motorschaden – Keilriemen gerissen
3 Kamp Bakija N 43° 55′ 22,3″ O 15° 27′ 24,7″

Heute sind wir ca. 30 km mit intaktem Keilriemen gefahren und anschließend noch etwa 40 km ohne Keilriemen!

Reljani

Wie bereits erwähnt, mögen wir keine Campingplätze. Nur hin und wieder einmal, wenn wir unseren Abwassertank leeren müssen, bleiben wir eine Nacht. Wir suchen immer Plätze, auf denen das Freistehen erlaubt ist oder wir auf Privatgrund die Erlaubnis bekommen. Das ist in Kroatien nicht so einfach, aber wir haben da mittlerweile genug im Angebot. Einer dieser Plätze ist in Reljani direkt am Meer und meistens ist nur ein anderer Camper da. Es gibt dort nichts außer Natur. Genau so, wie es uns gefällt.

In Istrien soll es heute regnen, also fällt die Besichtigung von Motuvun aus. Unsere nächste Station ist Senj, für die Mittagspause. Das sind 140 km auf der Küstenstraße. Wenn das Regenradar Recht hat, kann man dann dort bei Sonne im Hafen sitzen.

Beim Frühstück hatte Uwe den Wunsch nach einer Dusche geäußert und weil die Reiseleitung stets bemüht ist individuelle Lösungen anzubieten, fahren wir zu einem Wasserfall. Hier hätte Uwe schwimmen und duschen können, aber die Wassertemperatur ließ zu wünschen übrig.

Kurz nach dem Wasserfall werden wir von der Polizei kontrolliert und gefragt, aus welchem Grund wir dort waren. Unsere Antwort: „Weil wir es anschauen wollten.“ stößt auf großes Misstrauen. Wir müssen mit einer Landkarte zeigen, wohin wir wollen und wie lange wir bleiben und dass wir unsere Zielorte nicht korrekt aussprechen können, findet der junge Polizist auch irgendwie verdächtig. Aber da mangelnde Kroatischkenntnisse wohl keine Straftat sind, lässt er uns weiter fahren.

Sicherheitshalber haben wir ihm verschwiegen, dass wir einen weiteren Wasserfall anschauen werden, dessen Namen wir auch nicht aussprechen können. Es gibt hier Ortsnamen komplett ohne Vokale und mit Strichen auf Konsonanten, das kriegen wir einfach nicht hin. Selbst Orte ins Navi einzugeben erfordert höchste Konzentration, wenn man nicht irgendwo ganz anders raus kommen will.

Es ist wirklich spannend. Man läuft einen normalen Feldweg entlang und plötzlich kommt ein 30 m tiefes Loch. Es geht ohne Vorwarnung senkrecht nach unten. Ganz ohne Geländer und Warnungen gäbe es das bei uns sicher nicht.

Nach der Mittagspause ist das Besichtigungsprogramm für heute zu Ende und wir fahren zu unserem Stellplatz.

Je weiter wir nach Süden kommen, desto schöner wird es.

Küste bei Senj, mit stummen j, wie wir seit der Polizeikontrolle wissen.

Die kroatischen Inseln und vor allem Pag sehen extrem karg aus.

In Karlobag sehen wir sogar Delfine im Wasser.

Unser Geheimtipp in Reljani ist unverändert großartig.

1 Friedhof Grožnjan N 45° 22′ 52,1″ O 13° 43′ 27,2″
2 Slap Butori (Wasserfall) N 45° 24′ 48,0″ O 13° 46′ 25,4″
3 Slap Sopot (Wasserfall) N 45° 13′ 7,9″ O 14° 2′ 38,6″
4 Reljani N 44° 16′ 18,8″ O 15° 30′ 7,9″

Die Tagesetappe von heute war 311 km lang.

An die Küste

Nachdem es gestern und die ganze Nacht pausenlos geregnet hat, haben wir unsere Pläne für die Berge, den Triglav Nationalpark und den Una Nationalpark auf besseres Wetter verschoben. Die größte Chance für trockenes Wetter bietet sich an der Küste. Also werden wir heute dorthin aufbrechen und bei einem Winzer in Koper übernachten. Mit den riesigen Campingplätzen am Meer können wir uns nicht anfreunden. Dort ist zwar auch keine dauerhafte Wetterbesserung in Sicht, aber zumindest ein paar mehr Wolkenlücken in den nächsten Tagen.

Weder in Bled noch in Ljubljana lohnt sich ein kurzer Stopp. Es regnet einfach zu heftig. Man kann es kaum glauben. Letztes Jahr sind wir um diese Zeit an der Küste geblieben, weil wir es nur mit der kühlen Brise vom Meer aushalten konnten. Dieses Jahr müssen wir an die Küste, weil sich wohl im Landesinneren an den Bergen die Wolken festsetzen. Glücklicherweise gibt es mittlerweile Wetterapps und Regenradar und man kann sich daran orientieren.

An der Küste ist es tatsächlich trocken und immerhin 17 Grad. Wir haben uns dazu entschlossen in das kleine Bergdorf Grožnjan zu fahren, weil es so malerisch sein soll. Bei diesem Wetter ist das sicherlich die beste Lösung. Es liegt schon in Kroatien, also bereits das dritte Land auf unserem Roadtrip.

Grožnjan Übernachtungsmöglichkeit

Das mittelalterliche Dörfchen ist wirklich bezaubernd.

 

Ist das Kunst oder kann das weg?

Für den Abend gibt es eine Pizzeria mit Aussichtsterrasse, was will man mehr.

Heute sind wir 220 km gefahren.
Und abends lässt sich tatsächlich kurz die Sonne blicken.

1 Skisprungschanze Planica N 46° 28′ 38,6″ O 13° 43′ 28,5″
2 Friedhof Grožnjan N 45° 22′ 52,1″ O 13° 43′ 27,2″