Weiter am Meer entlang

Obwohl es hier paradiesisch schön ist, sogar Glamping ist möglich, zieht es uns weiter. Erstmal 120 km in den Süden ans Meer. Davor müssen wir aber noch schauen, ob es unsere Lieblingsbäckerei noch gibt.

Jaa! Es gibt noch Käsefladen!

Nördlich von Durres genießen wir eine winzige Pause am befahrbaren Strand. 14 Knoten!

Mona flirtet mit einem süßen Albaner.

Wir lieben befahrbare Strände!

Eigentlich wunderschön hier, aber wir müssen noch 120 km weiter nach Süden. Wir haben ja vor irgendwann in Koronisia anzukommen.

Sieht eigentlich aus wie heute Mittag, ist aber schon wieder ein anderer Strand mit anderem Sand. Trotzdem schön!

Wir sind seit genau einer Woche unterwegs. Es kommt uns vor, als wäre es ewig her. Bis Koronisia sind es noch 300 km! Eigentlich locker morgen zu schaffen.

1 Lake Shkodra Resort N 42° 8′ 16,0″ O 19° 28′ 1,3″
2 Rinia Plazh N 41° 24′ 21,1″ O 19° 25′ 50,0″
3 Rezervati Natyror „Pishë Poro“ N 40° 40′ 20,6″ O 19° 19′ 44,0″

Strecke insgesamt: 276 km

Nach Albanien

Montenegro wird heute ganz schnell durcfahren, weil uns die Küste gar nicht gefällt. Massentourismus vom Feinsten! Heute Abend geht es auf unseren albanischen Lieblingsstellplatz „Lake Skhodra-Resort“. Wir verabschieden uns von Kerstin und Bernd, die in die Berge von Montenegro wollen. Da soll es auf dem Rückweg vorbei gehen. Deswegen tauschen wir Nummern aus.

Wir nehmen die Fähre, um uns die lange Fahrt um den Golf von Kotor zu ersparen.

Die Küstenstraße nach Budva und der Ort selbst gefallen uns überhaupt nicht. Dann auch noch Stau! Keine Ahnung, warum Menschen hier Urlaub machen.

Aber ein paar Kilometer weiter gibt es etwas, wo wir es aushalten können.

Mit Aussicht auf Sveti Stefan, einem Luxusresort für wirklich Reiche und vermutlich auch berühmte Menschen.

Am Zoll herrscht leider ziemliches Chaos, daher fahren wir zu einem nahe gelegenen Freistehplatz, weil Mina genervt ist. Es ist dort eigentlich wunderschön, wenn dort nicht ein Herdenschutzhund mit seiner Herde gewesen wäre. Das wird dann leider nichts.

Wir rufen im Lake Skodra-Resort an um einen Platz zu reservieren und machen uns auf den Weg. Die Viertelstunde schafft Mina auch noch! Der Campingplatz ist ganz nach unserem Geschmack. Vor vielen Jahren bei unserer ersten Albanien-Reise war dieser Platz unser europäischer Rettungsanker in einer fremden beängstigenden Welt. Mittlerweile hat sich entweder Albanien positiv verändert oder wir sind erfahrener geworden. Trotzdem genießen wir den Luxus des Campingplatz, auch wenn wir hier mittlerweile frei stehen würden.

Es gibt einen Badesteg, Paddelboote und SUP-Verleih, kostenlose Liegen mit Auflagen. Alles was das Herz begehrt.

Das Restaurant

Unser Stellplatz

Sonnenuntergang

Ein nettes Lokal!

Das schafft man sonst nirgendwo! Mit 2 Personen essen zu gehen, 30€ zu zahlen und für den nächsten Tag noch eine Mahlzeit für 2 übrig zu haben. Dabei ist Albanien im Vergleich mit 2013 schon teurer geworden. Damals durften wir noch nicht einmal den Espresso im Café bezahlen.

1 Fähranleger Vitaljina N 42° 24′ 21,8″ O 18° 30′ 41,4″
2 Roho-Beach N 42° 14′ 47,9″ O 18° 53′ 45,2″
3 Lake Shkodra Resort N 42° 8′ 16,0″ O 19° 28′ 1,3″

Strecke insgesamt: 176 km

Fazit – Albanien

Reisezeit

Eigentlich ist der Mai ideal, nicht zu heiß und angenehm mild, sollte man meinen. Leider ist es aber in diesem Jahr anders. Im Landesinneren regnet es. An der Küste scheint zumindest bis zum Nachmittag die Sonne und dann gewittert es. Das Gute an dieser Zeit ist, dass es an vielen Orten noch relativ leer sein sollte. Aber auch das ist in diesem Jahr, möglicherweise bedingt durch Nachholbedarf wegen der Pandemie definitiv anders.

Die Küste unterhalb von Vlora, die Riviera Albaniens, hat uns nicht gefallen. Die Strände sind steinig und es gibt nur wenige gute Möglichkeiten ans Meer zukommen, bei Jalë, Queparo und Borsh.

Stellplätze

Skoder See, Komansee und der Theth Nationalpark haben uns sehr gut gefallen. Dort ist auch die Stellplatz-Situation genau nach unseren Vorstellungen. Es gibt günstige Campingplätze oder schöne Freistehplätze. Weiter südlich wird es schon schwieriger. Es ist erwünscht, dass man sich zu Strandkneipen stellt und dort essen geht. Die Speisekarte ist aber immer recht fleischlastig und nach unserer Meinung nicht wirklich lecker. Natürlich findet man auch Freistehplätze, aber die leicht zugänglichen Plätze sind oft vermüllt. Eine große Ausnahme ist der Stellplatz von Zvernec.

Sehenswürdigkeiten

Wir haben eine organisierte Bootstour gemacht, die sehr beeindruckend war, außerdem 2 großartige Wanderungen im Theth Nationalpark. Wir haben die super spannende Ausgrabungsstätte Apollonia besucht und die Festung Ali Pascha in Porto Palermo besichtigt. Nie war es voll oder überlaufen. Nur in Butrint war es komplett anders. Die Parksituation muss sich dort unbedingt ändern. Möglicherweise muss man dort übernachten und morgens schon in das Gelände gehen, aber dazu hatten wir dann keine Lust mehr. Vielleicht beim nächsten Mal.

Zusammenfassung

Albanien ist ein Land im Umbruch. Der Tourismus boomt ganz enorm, aber leider setzt man in einigen Küstenorten ausschließlich auf Hotelgäste. Die Orte Vlora, Sarande und Ksamil haben jeglichen Charme (für uns) verloren. Jeder Quadratmeter wird mit Hochhäusern zugebaut. Ob das der richtige Weg ist, wird sich zeigen. Im Landesinneren gibt es noch tolle Orte zu entdecken, aber da hängen in diesem Jahr, warum auch immer, Wolken fest.

Albanien muss noch Einiges tun, um wirklich ein EU-Land zu werden. Am wichtigsten ist es unserer Meinung nach, ein Umweltbewusstsein in der Bevölkerung zu schaffen. Carmen erinnert sich selbst bei jungen Menschen in Albanien an ihre Grundschulkinder, die einfach alles fallen lassen und sich hinterher über das Chaos wundern.

Was wir sehr beeindruckend in Albanien finden, ist die sehr tolerante Lebenseinstellung. Die Mehrheit der Bevölkerung ist muslimischen Glaubens. Trotzdem sieht man nirgendwo Frauen mit Kopftuch. Es ist kein Problem Alkohol zu trinken und man kann als Nicht-Moslem Moscheen betreten. Mischehen sind weit verbreitet. Wir kennen das aus anderen muslimischen Ländern ganz anders.

Ob wir nächstes Jahr wieder kommen? Wohl eher nicht, aber irgendwann bestimmt! Wir haben heute schon nach wenigen Stunden in Griechenland gemerkt, wie viel einfacher man es hier hat. Freistehplätze so weit das Auge reicht.

Porto Palermo

Beim Frühstück ist es zwar noch sonnig, aber es sind Gewitter gemeldet. Wir werden erstmal 12 km nach Süden fahren, um Porto Palermo zu besichtigen und dann weitere Entscheidungen vom Wetter abhängig machen.

In Porto Palermo kann man eine alte Burganlage besichtigen. Außerdem gab es zu Enver Hoxhas Zeit einen geheimen U-Boot-Hafen und die ganze Gegend war militärisches Sperrgebiet

Zuerst lockt uns allerdings noch das glasklare Wasser.

Entlang der malerischen Felsküste fahren wir 12 km weiter nach Süden.

Das ist der Eingang zu dem streng geheimen U-Boot-Hafen. Angeblich hat Enver Hoxha ein Bündnis mit den Chinesen geschlossen und als die Boote dann da waren, das Bündnis aufgelöst und die U-Boote behalten. Man kann kaum glauben, dass das die Chinesen in den 1980er Jahren mit sich machen ließen.

Der Hafen ist noch militärisches Sperrgebiet

Blick auf die Bucht Palermo mit dem alten Hafen und der Festung Porto Palermo aus dem späten 17. Jahrhundert.

Wir wissen nicht, ob das Innere absichtlich nicht beleuchtet ist, um den authentischen Eindruck zu wahren.

Aussicht vom Dach der Festung

Es gibt noch einen Brunnen.

Dieser Festungstyp hat einen dreieckigen Grundriss.

Zufällig finden wir genau um die Ecke einen einfachen Stellplatz im Olivenwäldchen mit Blick nach Korfu.

Kiesstrand, ohne Müll! Leider muss man das in Albanien besonders hervorheben. Bis dieses Land tatsächlich in der EU angekommen ist, muss sich am Umweltbewusstsein noch einiges zum Positiven verändern.

Aperitif vor unserem Wohnmobil mit Sannas neuem Freund.

Wunderschöne Wildblumen

Süßer Streuner! Aber er ist ein Albaner, deshalb muss er leider hier bleiben (es gibt leider keine EU-Papiere für ihn).

Der Ort, in dem wir heute sind, ist nur eine Ansammlung von 10 oder 20 Häusern. Für den Tourismusboom gibt es aber schon einmal eine komplett überdimensionierte Flaniermeile.

Die Promenade endet auf beiden Seiten im nichts.

Wir haben uns heute 25 km weiter bewegt.

1 Jalë Rocky Beach N 40° 6′ 48,1″ O 19° 42′ 34,6″
2 Kalaja e Ali Pashës N 40° 3′ 43,8″ O 19° 47′ 26,7″
3 Camping Moskato 2 Qeparo N 40° 3′ 10,6″ O 19° 49′ 7,5″

Warten auf Bremsen

Wir frühstücken draußen und lauschen dem Plätschern der Wellen. Den weiteren Verlauf des Tages machen wir von den nervigen Biestern abhängig: Also ein Lesetag oder weiter nach Süden.

Dann kommen die Kühe und mit ihnen die Bremsen.

Wir statten der kleinen Klosterinsel noch einen Besuch ab.

Die Küste zwischen Vlora und dem Anstieg zum Pass finden wir unsäglich, Hotel reiht sich an Hotel.

Auf dem Pass kann man bis nach Korfu sehen.

Uwe geht gleich zum Gleitschirmflieger-Startplatz.

Aber leider gibt es zu wenig Wind zum Starten.

Ein bisschen unterhalb des Passes legen wir eine Mittagspause ein.

Leider sieht man, dass an der Küste an vielen Stellen gebaut wird. Es soll bald einen Tunnel durch den Llogara geben. Bei P4night sind die Stellplatzmeldungen tagesaktuell und auch hier merkt man, wie schnell Plätze verschwinden, weil hier viel gebaut wird.

Weiter geht’s abwärts zur Küste.

Es begegnen uns britische Oldtimer.

Wir haben uns einen Offroad-Platz bei Jalë ausgesucht. Beinahe wären wir schon umgekehrt. Aber dann finden wir noch ein Eckchen für uns mit eigenem Strand.

Das ist der Blick aus unserem Fenster.

Uwe nimmt an unserem Privatstrand ein Bad.

Heute sind wir 82 km gefahren.
Abends zieht es sich über dem Meer ein bisschen zu und deshalb gibt es heute kein Sonnenuntergangsbild.

1 Zvërnec Beach N 40° 31′ 34,3″ O 19° 23′ 18,0″
2 Bunker N 40° 11′ 4,0″ O 19° 35′ 34,0″
3 Jalë Rocky Beach N 40° 6′ 48,1″ O 19° 42′ 34,6″

Noch ein fauler Tag?

Der Himmel ist wieder einmal strahlend blau. Es ist angenehm warm, aber nicht heiß. Unserer Haut zuliebe frühstücken wir doch lieber im Schatten mit Blick auf die unbewohnte Insel Sazan.

Nach dem Frühstück werden wir durch eine Bremseninvasion geplagt und entscheiden uns doch, unser schönes Sonnenplätzchen zumindest tagsüber zu verlassen und zu Ausgrabungen in Apollonia zu fahren.

Appollonia wurde 588 v. Chr. von griechischen Siedlern aus Korfu und Korinth gegründet. Schnell entwickelte es sich zu einem florierenden Stadtstaat, der sogar eigene Münzen prägte. Apollonia war jahrhundertelang eine sehr bedeutende Hafenstadt und fiel später unter römische Herrschaft. Zu dieser Zeit gab es dort berühmte Philosophieschulen. Cicero lehrte hier und Oktavian, der spätere Kaiser Augustus, studierte hier. Der Niedergang der Stadt begann 234 n.Chr., weil ein großes Erdbeben den Lauf der Vjosa so dramatisch änderte, dass der Meerzugang verloren ging und große ehemals fruchtbare Gebiete versumpften.

Es wurden erst 5% der riesigen antiken Stadt ausgegraben. Wir sind total beeindruckt, was man mit den damaligen Werkzeugen bereits herstellen konnte.

Im Schatten alter Olivenbäume trinken wir den ersten Frappé dieser Reise.

Wir sind total beeindruckt von der präzisen Bauweise der alten Griechen vor 2500 Jahren.

Zur Ausgrabungsstätte gehört auch noch eine byzantinische Kapelle, die teilweise aus Steinen der hellenistischen Stadt erbaut wurde.

Ikonostase

Im Inneren des Klosters gibt es ein total spannendes Museum mit Fundstücken aus der Stadt Apollonia. Viele Stücke wurden während des 2. Weltkriegs von Deutschen geraubt, später durch Enver Hoxa zerstört. Was jetzt noch im Museum zu sehen ist, sind wohl eher die Gegenstände, denen niemand Beachtung schenkte. Uns beeindruckt es sehr. Systematische Grabungen fanden erstmals in den 1930er Jahren statt. Vieles entdeckte man erst 1990 und man kann deutlich erkennen, dass das Areal, in dem sich Bauwerke befinden, noch sehr viel größer sein muss.

Was muss das für eine Arbeit gewesen sein.

Säulenkapitele

Reich verzierte Gefäße aus dem 5. Jahrhundert vor Christus

Pinzetten, die 2500 Jahre alt sind.

Kinderspielzeug

Abstieg in den Hades

Unter der Kapelle hat man noch eine frühchristliche Kapelle aus dem 4. Jahrhundert n.Chr. mit tollen Mosaiken gefunden.

Sanna interessiert sich hauptsächlich für andere Hunde.

Heute arbeiten wir unser Kulturprogramm ab. Wir fahren zu einem weiteren Kloster aus dem 13. Jahrhundert (Ardenica).

Ursprünglich hatten wir darüber nachgedacht auf einem Weingut hier zu übernachten, aber der Stellplatz überzeugt uns nicht. Dann doch lieber noch einmal zum Strand.

Kurz vor unserem Ziel entdecken wir noch dieses Hochzeitspaar mit Fotograf. Man möchte ihnen zurufen:
„Seid ihr schon am ersten Tag eurer Ehe so verzweifelt, dass ihr euch vor den Zug werfen wollt?“

Die Strecke wird noch befahren.

Nach einem sehr ereignisreichen Tag, außer Kultur musste Uwe noch 2 Autos retten, die sich im Sand eingebuddelt hatten, nimmt er noch ein Bad in der Adria.

Ich sehe ihn auch nicht mehr, aber er ist ein guter Schwimmer.

Carmen konnte wieder einmal nicht widerstehen und musste einen Sonnenuntergang fotografieren.

Es sieht übertrieben kitschig aus. Aber so war es eben.

1 Zvërnec Beach N 40° 31′ 34,3″ O 19° 23′ 18,0″
2 Apollonia N 40° 43′ 15,5″ O 19° 28′ 16,3″
3 Manastiri Ardenica N 40° 49′ 7,1″ O 19° 35′ 33,6″

Ausspannen in Zvernec

Heute wollen wir nur 110 km weiter nach Süden zu einem absoluten Traumstrand. Dort waren wir letztes Jahr schon einmal und natürlich hoffen wir, dass es dort noch genauso schön ist. In den nächsten Tagen ist Strandwetter vorausgesagt, daran sollte es also nicht scheitern. Hier in der Region Spille gefallen uns die Strände nicht so gut, weil es Strandkneipen gibt und der Sand zwar fein, aber mittelbraun ist. Gut! Das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau.

Wir schauen den Fischern zu.

Sieht nicht gerade üppig aus.

Wir fahren vorbei an der Klosterinsel zu unserem heutigen Tagesziel.

Klosterinsel

Ziegen kommen hier auch hin und wieder vorbei.

Abends machen wir mit Sanna noch einen Spaziergang zu den Klippen am Rand der Bucht.

Gestern war es noch kitschiger!

Nicht jedermanns Sache! Aber ich kann bei Sonnenuntergänge einfach nicht widerstehen.

1 Spille Beach N 41° 4′ 39,4″ O 19° 27′ 30,4″
2 Zvërnec Beach N 40° 31′ 34,3″ O 19° 23′ 18,0″

Genug gewandert!

Wir wollen weiter, noch ein Tag wandern geht bei uns nicht.

Wir wollen in die Nähe von Durres am Meer und unterwegs unsere Vorräte ergänzen. Das sind etwa 170 km Fahrstrecke.

Pferde laufen durchs Dorf und mit denen muss Carmen natürlich einen kleinen Schwatz halten.

Nachdem unsere Vorräte wieder komplett sind, fahren wir in Shenguin erst einmal an den Strand. Mittagspause!

Extrem weicher Sand!

Es gibt hier eigentlich einen tollen Stellplatz, aber hier sind schon andere Allradler hängen geblieben. Also entscheiden wir uns noch ein bisschen weiter zu fahren. Wir kommen an einem alten U-Boot Hafen vorbei.

Wir sehen uns einen Stellplatz bei Spille an, aber weil es heute Nacht regnen soll, wollen wir kein Risiko eingehen.

Der Boden ist zu weich. In der Nähe der Strandkneipen stehen wir zwar nicht ganz so schön, aber werden uns wenigstens nicht festfahren.

Wir haben ganz schön Schlamm aufgewühlt.

Heute sind wir dann doch 250 km gefahren und mussten Luft ablassen, damit wir uns nicht festfahren.

Zum Sonnenuntergang machen wir noch einen Spaziergang.

1 Thethi N 42° 23′ 16,7″ O 19° 46′ 59,5″
2 Rana e Hedhun N 41° 49′ 35,6″ O 19° 33′ 1,5″
3 Spille Beach N 41° 4′ 39,4″ O 19° 27′ 30,4″

Ein Tag im Paradies

Die Straße nach Theth, die früher nur mit kleinen Allradfahrzeugen zu bewältigen war, ist jetzt asphaltiert. Das kann dazu führen, dass sich das einst abgeschottete Paradies schnell zum Nachteil verändert. Daher wollen wir es noch ein bisschen genießen.

Kaffee am Bachbett des Lumi, der dann zum Shala wird.

Wir brechen zu einer Wanderung zum Grunas-Wasserfall auf. Davor parken wir allerdings das Wohnmobil um. Wir können bei Einheimischen im Garten parken.

Kirche von Theth

Wir kommen noch an dem alten Gefängnis vorbei. Dort wurden Straftäter eingesperrt, um sie vor den aufgebrachten Dorfbewohnern zu schützen. Es gab hier schließlich Blutrache. Die Straftäter wurden allerdings nur so lange eingesperrt, bis der Ältestenrat ein gerechtes Urteil gesprochen hatte.

Angeblich soll die heutige Wanderung leichter sein, als die zum Blue Eye.

Zuerst geht es an der Theth entlang und dann irgendwann bergauf.

Immer wieder müssen wir den Wildbach überqueren. Vor allem für Sanna ist das wirklich nicht einfach.

Hier hätte man das Bachbett queren sollen.

Mit Pfadfindergeist finden wir eine bessere Lösung.

Schließlich sind wir am Wasserfall. Es ist Schmelzwasser, selbst ein Fußbad ist unangenehm.

Anschließend treten wir den Heimweg an.

Wieder einmal durch eine Furt!

Traditionelle Bauernhöfe

Und so lebte man hier früher einmal.

Wie man auf dieser Reliefkarte schön sehen kann, sind wir wirklich ins Hochgebirge gefahren. Der Pass liegt auf 1700 Meter und das Dörfchen Thethi, eine Streusiedlung, in einem Hochtal auf 850 Meter. Thethi hat etwa 80 Einwohner, aber die Touristen verdoppeln die Zahl locker.

1 Parking Blue Eye N 42° 21′ 12,3″ O 19° 46′ 9,0″
2 Grunas Wasserfall N 42° 22′ 38,6″ O 19° 47′ 42,9″
3 Te Sofra N 42° 23′ 16,7″ O 19° 46′ 59,5″

Heute sind wir nur ca 4 km auf unseren neuen Übernachtungsplatz Te Sofra gefahren. Von dort startet die Wanderroute zum Grunas Wasserfall mit einer Länge von 5 km. Allerdings haben wir 130 Höhenmeter mit bis zu 41% Steigung und mehrer Bachdurchquerungen dabei gemeistert.

Theth Nationalpark

Wir sind uns nicht sicher, ob es klappt, weil in den Bergen noch Schnee liegt, aber trotzdem wollen wir es wagen heute dorthin aufzubrechen. Wie man sieht, ist unser Campingplatz total europäisch und sehr gepflegt. Es ist uns schon gestern aufgefallen, dass die jungen Leute hier sehr tatkräftig daran arbeiten, in die EU aufgenommen zu werden. Die jungen Menschen sprechen sehr gut Englisch und wissen genau, was europäische Touristen erwarten.

Vor 10 Jahren war das noch anders. Ein Vorreiter in dieser Region war damals dieses Lokal.

Vau Deja ist das Zentrum der albanischen Schafskäse und Ziegenkäseproduktion. Wir wollten eine Scheibe davon kaufen. Keine Chance! Wir mussten ihn als Geschenk nehmen.

Schon von Weitem sehen wir, dass es nur noch Schneereste in den Bergen gibt.

Schafe versperren den Weg.

Der Pass ist 1650 m hoch und man könnte hier auch übernachten.

Nach dem Mittagessen geht es in den Nationalpark. Bis vor einem Jahr war diese Gegend hier noch von der Außenwelt abgeschnitten. Zumindest im langen Winter von Oktober bis Mai konnte man nicht hierher und von dort weg. Es gab hier nur vereinzelt Hirten. Die neue Straße ist sicher Fluch und Segen zugleich.

Wir finden einen tollen Stellplatz für die Nacht.

Anschließend wandern wir zum Blue Eye oder Syri e kalter, wie es auf albanisch heißt.

Der Weg ist im Prinzip leicht zu finden. Es geht immer am Wasser entlang.

Immer wieder hat man atemberaubende Ausblicke. Nur Sanna muss manchmal ihren ganzen Mut zusammen nehmen, weil es über Leitern und wackelige Holzbretter geht.

Hier kann man Elsa in der Ferne am Flussufer sehen.

Wir haben heute wieder so viel erlebt. In Bildern lässt sich das gar nicht alles festhalten.

Über solche wackeligen Brettchen musste Sanna balancieren. Anschließend von Stein zu Stein. Sie vertraut uns da absolut.

Zurück am Wohnmobil mussten wir erst einmal die Füße kühlen.

1 Agora Camping N 42° 4′ 7,0″ O 19° 41′ 9,0″
2 Qafa Buni i Thorës N 42° 23′ 18,2″ O 19° 43′ 10,2″
3 Blue Eye N 42° 21′ 51,9″ O 19° 44′ 46,3″
4 Nderlysaj N 42° 21′ 12,3″ O 19° 46′ 9,0″