Die Nadel im Heuhaufen

Wir haben uns die Lahn als Paddelrevier ausgesucht, weil wir von dem Internetangebot so begeistert waren. Man kann sich abschnittsweise die Flusskarten mit Einstiegsstellen, Picknickplätzchen, Schleusen und allen Informationen ausdrucken. In der Wirklichkeit ist dann aber alles viel schwieriger als gedacht. Kurz vor Weilburg gibt es zwar eine passable Einstiegsstelle, aber der Parkplatz liegt in der prallen Sonne und unsere Hunde sollen ja im Wohnmobil bleiben. Alle anderen Einstiegsstellen sind in privater Hand, sprich nur Vereinsmitgliedern oder für Kanuverleihungen zugänglich. Dann entdecken wir einen tollen Womo Platz mit Stromversorgung direkt an der Lahn in Leun und wähnen uns schon am Ziel, aber dieser Platz ist tatsächlich schon ausgebucht. Der nette Betreiber empfiehlt uns einen anderen Platz in Tiefenbach unter der Brücke. Und tatsächlich hier geht es: Schatten für die Hunde und eine Einstiegsstelle. 4 km kämpfen wir uns gegen die starke Strömung flussaufwärts. Massenhaft kommen uns Paddler im Pulk mit Bier, Schnaps und Diskomusik entgegen. Sehr touristisch, das gefällt uns eigentlich nicht, aber das Gute ist, dass immer wieder ruhige Abschnitte kommen, also entweder kommen uns 5 Paddelboote entgegen oder niemand.

Trotz aller Schwierigkeiten hat es Spaß gemacht und flussabwärts ging es dann rasend schnell und dann hatten wir es sogar einsam, weil wir genau den Abstand zwischen 2 Gruppen abgepasst haben. Anschließend geht es zu einer Kaffeepause zurück nach Weilburg.

Morgen wollen wir uns mit der Familie zum Wandern treffen und daher bewegen wir uns schon einmal in Richtung Wanderparkplatz für die Mühlenwanderung in Ergeshausen. Übernachten können wir in Katzenelnbogen auf dem Wohnmobilstellplatz. Wegen dem Coronavirus müssen wir allerdings eine Mail an die Bürgermeisterin schreiben, damit sie unsere Daten hat. Der seltsame Name des Ortes kommt angeblich von einem Bach mit entsprechenden Windungen.

Der kostenlose Stellplatz ist tip-top, fast schon steril und daher nicht wirklich schön, aber für eine Übernachtung wollen wir Mal nicht so mäkelig sein.

An die Lahn

Unsere erste richtige Reise , seit den durch die Pandemie bedingten Reisebeschränkungen für Wohnmobile, geht an die Lahn. Endlich können wir wieder in unserer Elsa übernachten. Wir hatten schon befürchtet, dass wir dieses Jahr nur im Garten sitzen. Zuerst sehen wir uns den Wohnmobilstellplatz in Limburg an. Er ist dicht am Dom, also nicht wirklich schlecht, aber wir wollen noch ungefähr 20 km weiter.

Wir haben uns einen Paddelabschnitt zwischen Weilburg und Leun ausgesucht. Heute wollen wir uns in Weilburg noch das hübsche Schloss ansehen und erst morgen früh unsere Bootstour starten.

Das Weilburger Schloss ist wirklich toll, mit Orangerie und Parkanlage und das Beste ist, dass wir es fast für uns alleine haben.

Auch in der Altstadt von Weilburg gibt es hübsche Häuschen und Kneipen, aber mit Mundschutz und Abstand machen uns die Kneipen zur Zeit keinen Spaß.

Der Stellplatz ist teilweise gesperrt, wegen Corona, wieder einmal ein nicht ganz nachvollziehbarer Plan der Behörde. Je kleiner der Platz, umso enger steht man. Eigentlich logisch, aber im Ordnungsamt von Weilburg sieht man das wohl anders.

Römerwanderung

Geburtstag und Wandern, vor Corona für Carmen ein Unding, aber jetzt fällt das schon unter Abenteuer und Carmen besitzt eine Wanderapp. Wir haben uns dieses Mal mit den Kölnern in Butzweiler getroffen und erst Mal gefeiert, Kuchen gegessen und Cremant getrunken.

Dann geht es los zu einem ehemaligen Kupferbergwerk der Römer, später wurden hier Steinblöcke zum Bau der Porta Nigra in Trier geschlagen.

Diese römische Münze wurde genau hier im Steinbruch gefunden und ist jetzt das Leitsymbol des Wanderwegs.

Anschließend wandern wir zu einer spätrömischen Langmauer, die teilweise restauriert ist, aber wirklich interessant ist sie nicht. Angeblich haben die Römer mit einer sehr langen Mauer ihre landwirtschaftlichen Nutzflächen begrenzt. Spannender ist da schon die Genovevahöhle, die durch Auswaschungen und Frostsprengung entstanden ist und dort picknicken wir erst einmal.

Danach geht es zu einer weiteren Höhle, die lange als Einsiedelei diente.

Die Mönche haben dort Gesichter in den Fels geritzt zur Vertreibung von bösen Geistern.

Anschließend wandern wir zur Burg Ramstein, deren Besichtigung wegen Corona allerdings verboten ist.

Der krönende Abschluss ist dann aber das Butzbacher Tal.

Auch in der Eifel kann es nett sein, wenn das Wetter passt, wie man sieht.

Reisen mit Elsa während der Coronapandemie

Eigentlich wollten wir in diesem Frühjahr wieder eine große Reise zum Balkan machen. Aber dann kam Corona mit Grenzschließungen und Lockdown. Wegen des Reiseverbots immer nur auf dem Balkon sitzen, kriegen wir aber dann doch nicht hin. Wir müssen immer Mal wieder etwas anderes sehen. Weil wir Menschenansammlungen schon immer vermieden haben, versuchen wir es mit einem Kompromiss. Die ersten zaghaften Versuche, man muss ja erst Mal testen, was erlaubt ist und was nicht, starten wir an Ostern. An Karfreitag paddeln wir von Burbach nach Saarbrücken. In der Presse war angekündigt worden, dass die Parkplätze an manchen touristischen Hotspots gesperrt werden, daher haben wir diese Einstiegsstelle etwas außerhalb gewählt. Burbach fällt sicher nicht unter die touristischen Hotspots, haben wir uns gedacht und unsere Rechnung ging auf. Wir paddeln bis zur Undine und wieder zurück.

Am Ostersonntag waren wir dann fast schon waghalsig und sind doch an unserer Einstiegsstelle in der Innenstadt gestartet.

Von dort ging es dann bis zur wilden Ente nach Güdingen.

Und dort fühlte man sich dann fast wie am Amazonas.

Okay, das war sozusagen die Teststrecke. Das ist bei gutem Wetter dann noch weiter ausbaufähig.

Und man merkt natürlich auch, dass Carmen das Reisetagebuch – Schreiben und Fotografieren fehlt. Der Reiseblog dient ja auch als Gedächtnisstütze für Fotobücher und spätere Reisen, weil es uns tatsächlich immer noch passiert, dass wir uns vage an etwas erinnern und nicht mehr genau wissen, wann und wo das war. Das wird vermutlich mit zunehmendem Alter nicht besser, also muss man vorbeugen.

Heimreise

Unser Schlafplatz an der Aare war herrlich ruhig und außer uns war niemand da. Im Hochsommer trifft sich hier abends sicher Gott und die Welt, aber jetzt im Winter ist es herrlich friedlich. Den Platz müssen wir auch in unsere Liste aufnehmen. Wir sind ja immer in Etappen unterwegs, die unserem Empfinden nach, keinen Stress aufkommen lassen. Wir müssen nicht unbedingt ein bestimmtes Ziel erreichen, sondern können nach Lust und Laune die Fahrt unterbrechen und es uns gemütlich machen. Ein Riesenvorteil des Wohnmobilreisens!

In Kintzheim in der Nähe der Hochkönigsburg machen wir einen Zwischenstopp. Hier gibt es am Ortsrand, in der Nähe der Flammkuchen Kneipen, einen schönen kostenlosen Stellplatz.

Von hier aus sind es noch 170 km bis nach Hause. Wir müssen nächsten Herbst mal ein Weinproben-Wochenende einlegen. Am besten, wenn es den neuen Wein gibt. Damit kann man auch Uwe locken.

Leider schon wieder vorbei

Morgens war es ziemlich verregnet und bis 11 Uhr zeigt die Webcam auf dem Berg keine guten Bedingungen. Also fahren wir erst Mal nicht hoch. Um 12 Uhr klart es dann überraschend doch auf. Wir sind unentschlossen. Aber wo wir schon Mal hier sind! Wir kaufen um 1 eine Halbtageskarte und auf geht’s!

Leider ist es auch über 2000 m sehr warm und der Schnee ist pappig und schwer. Das macht die Beine schnell müde.

Um 5 Uhr sitzen wir wieder frisch geduscht zur Abfahrt bereit im Wohnmobil. Unser Gas ist nach einer Woche fast aufgebraucht und wir wollen noch bis zur nächsten Gastankstelle und dann übernachten.

In der Nähe von Bern finden wir beides, eine Gastankstelle und einen ruhigen Stellplatz an der Aare.

Morgen machen wir dann noch ein paar Fotos, weil wir für unsere Reisen in den Süden ja immer wieder Zwischenstopps brauchen, wenn unsere Planung nicht aufgegangen ist.