Fazit Andalusien- östlicher Teil

Andalusien ist durchaus eine Reise wert, wenn man einmal den Teil von Algeciras bis Almeria und die Küste ab Aguilera wegen Wohnmobilverboten weglässt. Dort ist allerdings das Hinterland sehr interessant. Es gibt noch unverbaute Küste mit schönen Stellplätzen. Im Sommer ist es sicherlich viel zu heiß, aber es ist ein schönes Überwinterergebiet. Wir werden sicher noch einmal wieder kommen.

Costa Levante

Heute Morgen ist es so warm, dass es uns seit längerem zum Frühstück noch einmal an den Strand zieht. Hier zieht allmählich der Sommer ein.

Kaum haben wir unser Traumplätzchen verlassen, geht in Fernan Perez wieder die hässliche, folienverpackte Landschaft los. Man sieht viele afrikanische Einwanderer, die hier Arbeit suchen.

Aber wir stocken nur unsere Vorräte auf, entsorgen unsere Abwässer und biegen wieder in Richtung Meer ab. Noch einmal ein Lob auf unsere Apps, ohne sie hätten wir früher wertvolle Urlaubszeit mit Suchen verbracht, jetzt ist es einfach. Natürlich trifft man immer wieder Camper, die furchtbar darüber schimpfen, dass jetzt jeder ihre Geheimplätze mühelos finden kann, aber man ist ja nicht dazu verpflichtet alles online zu verbreiten. Wir haben noch verschwiegene Plätze, die wir niemand verraten, aber manchmal sind wir auch froh andere Wohnmobile zu treffen und eigentlich sind wir auch froh darüber, wenn die Polizei Auswüchse des Campingverhaltens, wie in Marokko verhindert. Wir finden es unmöglich, wenn sich andere an den herrlichsten Plätzchen mit Windschutz das Revier abstecken und unter dem Womo bei der Abreise eine Pfütze hinterlassen wird. Einer unserer Wohnmobilfreunde hat ja zu diesem Thema einen kritischen Beitrag verfasst und online gestellt und macht sich jetzt Sorgen, dass er deswegen Ärger bekommt, weil dieser Beitrag auf YouTube schon viel Resonanz hatte. Wir haben in der Tat auch schon darüber nachgedacht, illegales Entsorgen zu fotografieren und diese Leute bloß zu stellen.

Unsere heutige Mittagspause verbringen wir an der Playa der los Muertes, dem Strand der Toten. Warum dieser wunderschöne Strand diesen abschreckenden Namen trägt, konnten wir nicht herausfinden.

Anschließend fahren wir hinter Carboneras zum Torre Purolico.

Weiter geht es über eine Piste zu unserem heutigen Stellplatz Playa Bordenares. Carboneras haben wir vor 5 Jahren zufällig angesteuert, weil wir in der Dämmerung ein Plätzchen gesucht haben. Am nächsten Morgen bei Helligkeit haben wir dann festgestellt, dass es hier noch viele einsame Plätze gibt und die wollten wir uns jetzt einmal in Ruhe ansehen.

Es ist wunderbar hier: einsam, still, aber durch das Wellenrauschen nicht leise, ganz so, wie es uns gefällt.

Rund ums Cabo de Gata

Der Himmel ist heute zwar noch nicht so blau, wie es die Apps versprochen haben, aber immerhin lässt sich schon die eine oder andere Wolkenlücke erspähen. Das schöne Palmenwäldchen an unserem Übernachtungsplatz kommt so gar nicht zur Geltung. Aber kaum sind wir 5 km gefahren, scheint wieder die Sonne und das Reisen macht gleich noch mehr Spaß. Nach der Besichtigung des Leuchtturms mit den vorgelagerten Sirenenfelsen Arecife de Las Sirenas müssen wir über das Landesinnere nach San José.

Dort entdecken wir eine schönes altes Schöpfrad, das von einem Esel angetrieben wurde. Heute ist Esel Uwe an der Reihe, hat aber glücklicherweise Verstärkung mit insgesamt 8 Pfoten dabei.

In San José gibt es wunderschöne naturbelassene Strände. Zuerst fahren wir zur Playa De Los Genoveses. Der Sand klebt hier teilweise wie Beton an den Schuhen, also müssen wir erstmal Schuhe waschen.

Diese wunderschönen, einsamen und unverbauten Strände sind für Spanien wirklich selten und müssen deshalb durch den Naturpark Cabo de Gata geschützt werden.

Dann geht es noch 2 km weiter zur Playa Mónsul. Dieser Strand sieht so ganz anders aus, als die anderen, weil es hier einmal einen Vulkan gab, aber das ist schon lange her. Also keine Sorge!

Diese grauen Felsen sind die erstarrte Lava eines 10-12 Millionen Jahre alten Vulkans.

Hier wachsen sehr viele Agaven, die mit ihren filigranen Blütenständen der Landschaft einen Touch wie aus dem „Wilden Westen“ geben.

Ungenutzte alte Windmühlen findet man in dieser windreichen Region immer wieder.

Wir verstehen, dass man an den wunderschönen Stränden des Naturparks Cabo de Gata nicht mit dem Womo übernachten sollte, weil wir erlebt haben, dass es viele Wohnmobilfahrer mit der umweltbewussten Entsorgung der Abwässer nicht so genau nehmen. Natürlich ist das für uns ein Problem, wenn es keine legalen Alternativen gibt. In Rodalquilar finden wir den tollen Strand Playa el Playazo, wo es die Guardia Civil hoffentlich nicht so genau nimmt.

Diese Region gefällt uns außergewöhlich gut, weil sie für spanische Verhältnisse, die oft vom Bauwahn geprägt sind, sehr naturbelassen ist.

Wir werden immer wieder mal gefragt: „Wo seid ihr denn? Habt ihr die Hälfte schon geschafft?“ Genau aus diesem Grund haben wir die Seite „Wir sind hier“.
Für alle, die unsere „Wir sind hier“ Funktion noch nicht entdeckt haben, hier nochmal unsere bis heute gefahrene Strecke in der Übersicht. Einfach mal darauf klicken!