Tavira

Wir verlassen unser ruhiges Schlafplätzchen in Aldea und schauen uns Tavira an. Der Ort hat noch ein bisschen von dem alten portugiesischen Charme bewahrt. Es gibt viele Häuser mit Azulejos, die Misericordia mit Azulejos und einen Wasserturm, der als Camera obscura genutzt wird. Schade, dass es hier im Süden nur noch wenige Orte wie Tavira gibt. Alles was Carmen hier früher gefallen hat, wurde zugunsten gesichtsloser, austauschbarer Bettenburgen geopfert.

Tavira liegt an dem Flüsschen Gilão und hat viele nette Kneipen und Straßencafés.

Der beschauliche Ort hat sehr viele Kirchen, das ist die Igreja de Santa Maria do Castelo.

Interessant ist das Innere der Misericórdia die mit blauen Azulejos verziert ist.

Über den Fluss führt die siebenbogige sogenannte Römerbrücke, welche aber erst 1655 erbaut wurde. Und da waren die Römer schon wieder zuhause.

In Tavira gibt es noch viele „typische“ Gebäude mit Azulejos und schmiedeeisernen Balkonen.

Zum Schlafen bewegen wir uns wieder in Richtung der Küste, die man allerdings nur mit dem Boot erreichen könnte. Im Östlichen Teil der Algarve haben die Flüsse eine große Lagunenlandschaft entstehen lassen, die den direkten Zugang zum Meer verhindert. Das hat einerseits den Vorteil, dass die Strände nicht mit Hochhäusern zugebaut werden können, andererseits kommt man nur mit Booten direkt an den Strand. Da im Moment das Wetter sowieso nicht zum Baden einlädt, ist es für uns nicht weiter schlimm. Im Hochsommer ist das sicher ein Nachteil.

Faro

Heute ist es wieder einmal sommerlich warm, so dass wir im Freien frühstücken können. Wir lesen und unterhalten uns mit Holländern und Deutschen, die hier schon seit 10 Jahren leben und behaupten, dass hier die schönste Ecke Europas ist. Gut, das Klima ist sehr angenehm! Aber sonst? Bettenburgen soweit das Auge reicht. Speziell hier (Aldeia de Marim) geht es zur Zeit noch, aber in 20 Jahren?

Anschließend sehen wir uns die Altstadt von Faro an. Bisher kennen wir ja nur den Flughafen. Eigentlich schade, wie heruntergekommen hier viele Ecken sind. Uwe entdeckt einen Frisör (original Barbershop) und weil er dringend einen Haarschnitt braucht, setzt Carmen sich solange ins Straßencafé.

Faro vorgelagert ist eine riesige Lagunenlandschaft, ein Seglerparadies mit einem Gewirr kleiner Inselchen.

Wir sehen uns noch andere Plätze an, die die Aussteiger uns genannt haben, aber uns gefällt es in Praia dos Cavacos am besten, weil es soooo ruhig ist und wir kehren noch einmal dorthin zurück.

Schlechtwetterprogramm

Auf diesem Stellplatz fühlt man sich wie zuhause. Portugiesisch spricht hier keiner. Hier ein Hinweis für unsere lieben Schweizer Freunde S&S: hier ist für euch leider kein Platz mehr frei. Wir hatten den letzen.

Leider ist das Wetter heute nicht so schön, also gibt es nur einen kurzen Strandspaziergang.

Diese bunten Sandberge nennt man auf portugiesisch Falésias, schon ein bisschen wie im Grand Canyon, aber halt mit Meer.

Im Anschluss gehts mal wieder zum Tierarzt, Mina bekommt heute die letzten Klammern entfernt. Da wir morgen sehr früh an den Flughafen fahren müssen um unsere Feriengäste loszuwerden, haben wir den Stellplatz Praia de Loulé Velho bei Quarteiro ausgewählt. Allerdings stellen wir uns diesmal nicht in den Pinienwald, da für heute Nacht ein Unwetter gemeldet ist und wir lieber etwas windgeschützt stehen wollen. Als Abschluss des Tages machen wir einen Strandspaziergang zum Spielplatz von Quarteira und entdecken ein Wohnmobil mit diesem Motto:

Dann bespaßen wir unser Enkelkind noch auf dem Spielplatz.

 

São Rafael

Amalia ist natürlich in erster Linie am Sandburgenbauen interessiert. Hier klebt der Sand ein bisschen. Zum Burgenbauen ist das prima. Und so verbringen wir den Tag mit Lesen und Sandburgenbauen.

Für Mitte November kann man über das Wetter wirklich nicht meckern. Tagsüber ist Badewetter, aber am Abend merkt man dann schon, dass es Herbst ist.

Weil wir vier jetzt mal ordentlich duschen müssen, fahren wir auf einen kommerziellen Stellplatz, der von einem Holländer betrieben wird. Das ist ein Kulturschock! Der Betreiber hat sogar Rechen bereitgestellt, damit man bei Bedarf den Kies rechen kann. Die Wohnmobile haben hier teilweise Spitzengardinen mit Saugnäpfen hinter der Frontscheibe, wie „Zuhause“ in Holland. Es fehlen bloß noch die Gartenzwerge. Carmen will in 20 Jahren hier überwintern. Es ist so richtig gemütlich.

Besuch von Zuhause

Das Wetter war wieder Mal superwarm. Nach dem Frühstück sind wir nach Quarteira aufgebrochen, haben noch Vorräte gekauft und dann am Strand gelesen. Um 4 machen wir uns auf den Weg zum Flughafen, leihen für Amalia einen Kindersitz, versuchen mit Überhöhe am Flughafen zu parken und warten dann am Gate. Die Lauda-Motion ist pünktlich gelandet und wir nehmen die 2 Mädels mit viel Freude in Empfang. Auch heute fahren wir mit den Zwei nur eine kurze Strecke bis nach Quarteira zum Almargemstrand. Dann gab es die leckeren Omapenne und einen gemütlichen Mädchenkuschelabend.

Küstenwanderung

Wegen fehlender Kenntnisse von Gezeiten und Strömungen trauen wir uns nicht mit dem Standup-Paddler auf eigene Faust die Höhlen zu erkunden und versuchen sie auf dem Landweg zu erreichen. Das ist gar nicht so einfach, weil riesige Villengrundstücke mit Pool und Tennisplatz den ursprünglich angelegten Weg beschwerlich machen. Zum Zeitpunkt unserer Wanderung ist Ebbe und die Höhlen sind trocken, aber das war ja auch unser Plan. Wenn sie mit Wasser gefüllt sind, sieht das natürlich noch einmal schöner aus.

Anschließend fahren wir nach Portimão. Uwe nimmt dort als Gast am Judo-Training teil und Carmen besucht die Self-Service Wäscherei.

Nach dem Judo-Training fahren wir nur noch ein kurzes Stück zu unserem Übernachtungsplatz Praia Palmeiral.

Albufeira-Höhlenstrand

Eigentlich haben wir nur ne Waschmaschine gesucht, um noch einmal „Klar Schiff“ zu machen. Dabei haben wir zufällig den Höhlenstrand São Rafael mt Stellplatz entdeckt und sind hier hängen geblieben. Wir hätten gerne eine Höhlentour gemacht, aber das ging in der Nachsaison nicht mehr und ganz ohne Ortskenntnisse wollten wir nicht allein lospaddeln. Aber auch so ist es toll hier. Unsere Wäsche muss eben warten.

Wir erkunden das Rentnerparadies

Klar das klingt jetzt wirklich überheblich, weil wir selbst hier überwintern und Carmen ja auch schon Rentnerin ist. Sie war vor 40 Jahren schon einmal hier. Praia da Rocha war damals nur ein Strand. Sonst nichts!! Jetzt ist es eine riesige Hochhausansammlung. Der Strand ist immer noch großartig, der Rest grauenhaft. Heute Nacht haben wir definitiv auf dem hässlichsten Stellplatz unserer Wohnmobilkarriere übernachtet und deutsche Rentner kennengelernt, die dort seit 20 Jahren von September bis März stehen. Uns fehlen die Worte. Wir haben und nicht getraut, davon Fotos zu machen und mit euch zu teilen. Aber die Bilder von Praia da Rocha wollen wir euch nicht vorenthalten.

Der Strand ist fast so schön wie der Kathedralenstrand in Galicien, aber anstatt einen Naturpark daraus zu machen, werden lieber Hochhäuser auf die Klippen gebaut.

Wir suchen heute nach einem sicheren, offiziellen Stellplatz, weil wir ja ab Mittwoch Gäste haben. In Albufeira finden wir einen Stellplatz für 10€, der von einem Niederländer betrieben wird. Außerdem einen Stellplatz für 3€ in der Nähe des Flughafens. Eigentlich hatten wir jetzt unser Tagesziel erreicht und wollten nur noch ein Päuschen einlegen und entdecken dabei zufällig diesen überwältigenden Übernachtungsplatz.

Unser heutiges Fernsehprogramm zum Abendessen.

Cabo São Vicente

Gestern haben wir ja eigentlich versehentlich einen Stellplatz gefunden, den wir gar nicht gesucht haben. Deshalb haben wir dann nach dem Frühstück noch einen Abstecher zu unserem eigentlichen Tagesziel von gestern gemacht. Hier wäre es auch nett gewesen.

Dann geht es zum Südkap von Portugal.

Am Cabo gäbe es die letzte Bratwurst vor Amerika, aber leider hatte die Bude geschlossen.

Anschließend entdeckt Carmen die Bucht, in der sie vor 40 Jahren ihren Fotoapparat mit Meerwasser gespült hat. Klar, das sollte man besser nicht machen!

Dafür will Uwe es jetzt wissen und stürzt sich mit dem Bodyboard in die Wellen. Klappt nicht ganz, ist die meiste Zeit unter Wasser. Deshalb gibt es nur Bilder von den Profis.

Der Nachteil der Buchten an der Algarve ist, dass das Wohnmobil oben auf den Klippen steht und man selbst viele Stufen entfernt unten am Strand ist.

Am Abend fahren wir noch 40 Kilometer weiter nach Osten in Richtung Faro, weil wir dort ja bald Tochter und Enkelkind in Empfang nehmen. Wir stellen uns auf den Stellplatz in Avor und senken damit schlagartig den Altersdurchschnitt, der hier bei mindestens 80 liegt.