Durch das Pindosgebirge zum Golf von Amvrakikos

Heute liegen nur 140 km vor uns, aber weil es durch das Gebirge geht, muss man sicher mit 4 Stunden Fahrzeit rechnen. Als erste Amtshandlung des Tages muss sich Uwe wieder einmal ins eiskalte Wasser stürzen. An einem Brückchen aus dem 16. Jahrhundert wurde eine Staumauer gebaut, um den Fluss besser nutzen zu können. Das ist die ideale Dusche für Uwe.

Das Gebirge ist nur dünn besiedelt und entsprechend wenige Tavernen finden wir für unseren traditionellen Frappé. In der Nähe von Agios Paraskevi haben wir aber doch Glück.

Die orthodoxen Kapellen sind immer mit vielen glitzernden Ikonen verziert.

Eine besonders schöne, sehr alte Kirche (13. Jahrhundert) finden wir in Kokkini. Man nennt sie auch die rote Kirche, weil sie aus roten Ziegelsteinen erbaut wurde. Sie ist der Jungfrau Maria geweiht.

Einige sehr alte Fresken sind noch erhalten.

Unterwegs versperren immer wieder Kuhherden die Straße und einen schönen türkisfarbenen Bergsee sehen wir auch noch.

Zum Abschluss wollen wir uns noch in Arta die älteste Steinbrücke Griechenlands ansehen. Der Legende nach musste der Baumeister erst seine Frau in die Brücke einmauern, um diese fertigzustellen. Bis zur Erbringung dieses Opfers stürzte die Brücke über Nacht immer wieder ein.

Unser heutiges Tagesziel liegt im Golf von Amvrakikos, einer fast vollständig von Meer abgetrennten Bucht. Lediglich bei Preveza gibt es einen Zufluss.

Auf einer Halbinsel außerhalb von Koronisia, wollen wir uns niederlassen, entdecken aber einen tollen Surf- und Kitespot auf dem Weg dorthin. Tja! Klar, wie der Tag endet, oder?

Diese demütige Haltung vor dem Windgott hat man schon lange nicht mehr gesehen.

Überall am Straßenrand stehen diese kleinen Gedenkhäuschen die an Verstorbene erinnern sollen.

Unser Übernachtungsplatz für heute liegt direkt am Strand von Koronisia.

Endlich wieder in Gummipelle!

Die Meeresbucht ist ein Paradies für Wasservögel. Wir haben schon Pelikane und diesen Seidenreiher gesehen.

Badegumpentour

Zunächst geht es von unserem Aussichtsplätzchen über Aristi zum Voidomatis. Hier ist das Wasser selbst Uwe zu kalt.

Anschließend fahren wir nach Papingo. Dort startet ein kleiner Spaziergang zu tiefgrünen Badestellen. Hier war Carmen selbst im August das Wasser noch zu kalt. Leider ist im Frühjahr das Wehr geöffnet und daher ist an Schwimmen nicht zu denken. Zur Abkühlung von außen reicht es aber.

Trotz niedrigem Wasserstand gibt es Gelegenheit zum Springen und Uwe schlägt dabei ganz schön Wellen.

Kneipsche Regeln sind eher was für Carmen.

Danach sehen wir uns Megalo Papingo an und platzen dort in eine Tauffeier. Kein Problem für die gastfreundlichen Griechen.

Sind das nicht niedliche Taufgeschenke? Leider haben wir keins abbekommen.

Zur Abkühlung von innen gehen wir in eins der kühlen Steinhäuser zum Frappé trinken.

Die Einwohner des Ortes geben sich wirklich viel Mühe alles ansprechend zu gestalten.

So gestärkt wollen wir uns noch die Steinbrücken bei Kipi ansehen. Der Bau der Brücken wurde damals durch private Spnsoren ermöglicht und sie trugen denn zum Dank dessen Namen. Auch die Heilige Mina hat den Bau einer Brücke finanziert.

Tata: die Brücke Agios Minas.

Sogar mit Frosch, aber Carmen wollte ihn nicht küssen, sie hat ja ihren Prinz schon gefunden.

Agios Minas

Steinbrücke von Kapitän Arkouda.

Dreibogige Plakidas Brücke.

In einem schattigen Eichenwald hinter Kipi erholen wir uns von der schweißtreibenden Besichtigung.

Uwe rette Mal wieder Schildkröten. Diese hier hat er beinah selbst überfahren. Der Panzer macht die Schildkröten im Gras fast unsichtbar.

Danach fahren wir zum Übernachten noch an einen kleinen Bergsee bei Metsovo, damit wir morgen näher an den Meteora Klöstern sind.

Monodentri

Morgens werden wir durch lautes Gebimmel und gregorianischen Singsang geweckt. Kein Wunder, wenn man neben der Kirche schläft. Anschließend fahren wir in die Berge nach Monodentri und setzen uns dort vor unserer Wanderung zum Kloster Paraskevi in den Platanenschatten. Für uns gehört das zum Pindosgebirge Pflichtprogramm, weil man hier wahnsinnig leckere Käsefladen (Alevropita) essen kann. Unbeschreiblich gut! Pfannkuchenteig mit Schafskäse.

Hinter dem Kloster beginnt die eigentliche Attraktion: ein schmaler Pfad zu einer Einsiedelei, für den man wirklich schwindelfrei sein muss, weil es neben dem Weg 700 m senkrecht in die Tiefe geht.

Der Blick in die Vikos-Schlucht ist beeindruckend. Im Guinnessbuch der Rekorde ist die Schlucht als tiefste Schlucht der Welt eingetragen, wobei das Verhältnis zwischen Tiefe und Breite als maßgebliches Kriterium definiert wurde. Eingetragen wurden 900 Meter für die Tiefe und 1100 Meter für die Breite.

Uns gefällt am besten der sogenannte Zitterpfad: ein ca. 1 Meter breiter Pfad zu einem Rückzugsort für die Mönche bei Überfällen.

Das letzte Stück des Pfades wird nochmals durch ein Tor geschützt.

Danach müssen wir selbstverständlich noch einmal Frappé trinken, bevor wir zum Aussichtspunkt in die Schlucht aufbrechen. Dabei kommt man an seltsam verwitterten Felsformationen vorbei.

Das letzte Mal haben wir hier oben auf einer Wiese übernachtet, aber dann hätten wir heute Abend schon wieder kein Internet zum Bilder hochladen, also versuchen wir unser Glück auf dem Friedhofsplatz von Vikos. Unterwegs betätigt sich Uwe noch als Retter der griechischen Landschildkröte und trägt eine ältere Dame über die Straße.

In Vikos stehen wir schon wieder neben einer Kirche, mal sehen, ob morgen früh schon wieder das Gebimmele losgeht. Könnte sein, es ist ja schließlich Pfingstsonntag.

So verschlafen wie das Nest auch ist, 2 Tavernen buhlen um unsere Gunst. Wir entscheiden uns aus dem Bauch heraus für eine und lassen den Abend mit einem griechischen Salat, Wein und Bier ausklingen.

Wir sind ganz entspannt, nur Sanna ist auf der Hut um uns vor den griechischen Streunerkatzen zu beschützen.

Und diese fantastische Aussicht können wir aus unserem Wohnmobilfenster genießen.

Eingang zur Unterwelt

Nach morgendlichem Urlaubsgetrödele fahren wir nach Gliki zum Acheron. Wenn man dieses glasklare Flüsschen sieht, kann man sich kaum erklären, warum man hier früher den Eingang zum Hades wähnte. Der Acheron fließt heute auch im Frühsommer recht gemäßigt in seinem Bett, allerdings soll das in der Antike anders gewesen sein. Hier war angeblich eine riesige dampfende Sumpflandschaft und man wurde von einem Fährmann ins Totenreich gebracht.

Immer wieder kommt aus Felsspalten und Erdlöchern laut gurgelnd neues Quellwasser hinzu.

Mina interessiert das herzlich wenig, aber Sanna schwimmt mit uns flussaufwärts.

Nach einem kleinen Mittagessen machen wir uns auf den Weg ins Pindosgebirge und entdecken unterwegs noch das Amphitheater von Dodoni mit der Möglichkeit, das Eichenorakel zu befragen. Das haben hier in vorchristlicher Zeit die Priester genutzt und aus dem Gewispere der Blätter irgendwelche Weisheiten herausgehört.

Auf den Stellplatz vor die Kirche in Meliggoi hätten wir uns normalerweise nicht getraut, aber angeblich ist das erlaubt.

Und in dem absolut verschlafenen, griechischen Bergnest scheint sich keiner an uns zu stören oder sich über uns zu wundern. Wir werden lediglich gefragt, ob wir Touristen sind und das erklärt dann scheinbar alles. Touristen? Ach so! Na, dann! Alles klar! Ja, da muss man anderswo noch etwas an Toleranz nachholen. Bei uns zu Hause würden das viele Leute nicht so locker sehen, zumal die Deutschen im 2. Weltkrieg hier in Griechenland viel Unheil angerichtet haben.