Schattendasein

Heute ist wieder einmal so ein Tag, an dem selbst die Griechen, die sicher einiges an Hitze gewöhnt sind, nur im Wasser rumstehen oder im Schatten liegen.

Und als dann am Nachmittag die Lefkada-Thermik einsetzt, geht Uwe wieder mit Kite auf Wanderschaft.

Und eine Hochzeit gibt es auch wieder.

Zum Abschluss dieser wunderbaren Tage hier am Ioannis Beach gehen wir in unsere Lieblingstaverne Liogerma. Unser Lieblingsgericht ist Auberginen-Saganaki. Wir haben die Speisekarte ausgiebig getestet, aber das ist wirklich unser Highlight. Und nach einer Woche haben wir es geschafft, dass der Kellner uns mittags, ohne dass wir etwas sagen müssen, 2 Frappé bringt und auch genau weiß, wer den süßen Frappé trinkt.

Big Fat Greek Wedding

Heute bleibt uns gar nichts Anderes übrig, als im Schatten zu lesen, faul mit dem Bodyboard durch die Bucht zu dümpeln und die Aussicht zu genießen. Wenn unsere Apps Recht haben, soll es keinen Wind geben. Am Wochenende etwas besichtigen, ist auch nicht sinnvoll, also entspannen wir. Fällt uns nach 10 Monaten on Tour immer noch schwer!

Uwe kann den Apps Mal wieder nicht glauben und pumpt trotzdem seinen Kite auf, aber das war es dann auch schon.

Und abends werden wir dann Zaungäste bei einer pompösen griechischen Hochzeit in Agios Ioannis. Leider hatte der Caterer nicht mit uns gerechnet und wir mussten selbst kochen.

Apropos Caterer: wir lieben das grieschiche Essen, obwohl es sehr schafskäse- und blätterteiglastig ist. Und selbst im Lidl gibt es Schafskäse im 1, 2 und 5 kg Pack zu kaufen.

Strandtag

Schwimmen, Lesen, Faulenzen, Supen und dann am Nachmittag die schwere Entscheidung ob es zum Kiten oder Surfen reicht. Zum Surfen ist es zu böig. Manchmal muss man einen Schotstart machen, dann kommt wieder eine ruppige Bö. Carmen bewacht da lieber das Womo. Uwe läuft mit dem 15 er Kite zu den Windmühlen.

Rückkehr nach Agios Ioannis

Morgens schwimmen wir nach dem Frühstück im glasklaren Wasser und machen uns dann an den Aufstieg, also vielmehr die gute Elsa wird über endlose Serpentinen nach oben gequält.

Es klappt problemlos und Uwe ist stolz, das richtige Fahrzeug für griechische Bergstraßen gewählt zu haben. Dann will er es natürlich wissen! Wir hatten hier in Athani nämlich schon einmal ein Problemchen. Das enge Bergdörfchen hat die beiden Straßen zu Einbahnstraßen gemacht. Eigentlich eine gute Idee, nur ist die eine Straße so steil, dass wir hier nicht hoch kamen. Auf Asphalt haben uns die Räder durchgedreht. Damals musste Carmen zum Ortseingang laufen und den Verkehr aufhalten, ganz ohne griechische Sprachkenntnisse. Klar mit Zeichensprache ist das kein Problem. Ob man sich damit allerdings beliebt macht bei den Einheimischen ist eine andere Frage. Aber die Griechen sind wirklich tolerant. Sie haben nicht gemault und gemeckert, sondern Carmen sogar geholfen, den Gegenverkehr zu stoppen, damit Uwe entgegen der Einbahnregelung durch den Ort fahren konnte. Heute war es allerdings total langweilig, weil Elsa auch diese Hürde mit Bravour meistert.

Das Foto kann nicht annähernd wiedergeben, wie steil die Straße wirklich ist.

Anschließend geht es zurück nach Lefkas zum Agios Ioannis Kapellchen. Dort finden wir heute einen Schattenplatz und können in aller Ruhe wieder einmal einen Frappé trinken.

Die Dorfjugend vertreibt sich die Zeit mit Sprüngen von den Klippen.

Seht ihr die 4 alten Windmühlen, die dem Strand den Namen geben?

Lefkas

Lefkas oder Lefkada ist eigentlich keine richtige Insel, weil es über eine moderne Schwenkbrücke mit dem Festland verbunden ist. Angeblich ist das der Grund warum sich hier kein Massentourismus, wie auf Korfu breit gemacht hat. Uns soll es recht sein. Jedenfalls wurden wir nach unserem Tavernen-Besuch nicht von der Polizei vertrieben. Der Strand an dem wir die Nacht verbracht haben, heißt Agios Ioannis, wegen eines kleinen Kapellchens am Südende der Bucht

oder Windmühlenstrand, weil am Nordende die Reste von 4 alten Windmühlen stehen.

Wir wollen noch einmal an der bergigen Westseite entlang zu einem Stellplatz, wo wir 2010 eine ziemliche Schlappe erlitten haben. Damals hatten wir noch ein Alkoven-Wohnmobil mit Frontantrieb und 125er Suzuki im Gepäck. Wir haben eine Strandzufahrt genommen, nur ein kurzer Abstecher zum Meer. Schon nach wenigen Metern wussten wir, dass das kein gutes Ende nimmt, aber an Wenden war leider nicht zu denken. Unten am Meer haben wir dann erst Mal das Moped abgeladen und haben das nach oben gefahren. Das war noch einfach. Anschließend haben wir noch alles aus der Garage in den Alkoven geräumt, einschließlich unserem Hund. Alles Gewicht sollte schließlich auf die Vorderräder, da zählen auch 15 kg. Und dann ging es mit Schwung wieder nach oben. Nichts für schwache Nerven. Tja, und lange Rede kurzer Sinn, das müssen wir jetzt noch einmal probieren. Natürlich ohne Umräumen! Der Strand heißt Gialos Beach, für alle die es auch versuchen wollen. Unterwegs hat man immer wieder atemberaubende Blicke auf das türkisfarbene Wasser. Keine Ahnung woran es liegt, dass das Wasser hier so wunderschön aussieht. Also runter sind wir schon mal und ob wir wieder hoch kommen sehen wir morgen. Und Mal ganz ehrlich, ist das nicht ein richtiger Karibikstrand?

Wie sollte es anders sein?
Auch hier gibt es eine nette kleine Taverne für den täglichen Frappé.

Zum krönenden Abschluss des Abends hatten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang und weil hier keinerlei Lichter brennen, hatten wir nachts einen einzigartigen Blick auf den Sternenhimmel.

Agios Ioannis

Gestern haben wir gerade beschlossen, noch ein bisschen in Agios Nikolaos zu bleiben, weil man hier so gut surfen kann und dann kam der Wind heute hier komplett ablandig. Nur ein mutiger Kiter traut sich auf das spiegelglatte Wasser.

Wir machen einen Strandspaziergang, entdecken Carettaskelette und Minchen muss baden weil sie sich mal wieder in Stinkekram gewälzt hat.

In dieser extrem flachen Bucht hätte Uwe eigentlich auch kiten können, aber zum Surfen ist es hier zu flach. Also entscheiden wir uns nach Lefkada weiter zu fahren.

Auf dem Weg nach Lefkas fasziniert uns immer wieder dieses kleine Inselchen mit der Kapelle Agios Nikolaos.

Vor Lefkada sehen wir noch Mal Kites am Himmel, aber der Zugang ist nur über eine zerstörte Brücke möglich. Die Autos stehen dann unbeaufsichtigt und das ist immer eine Einladung für Diebe. Ok, noch haben nichts Negatives gehört, aber man weiß ja nie. Wir haben unsere Elsa lieber in der Nähe.

Also geht es weiter nach Lefkada zum Windmühlenstrand. Wir waren hier schon oft. Das Wasser ist von einer helltürkisen Farbe, einfach traumhaft. Wir hoffen, dass das Freistehen hier noch toleriert wird. Früher waren wir hier immer tagelang, haben aber auch schon schlechte Erfahrungen mit Polizei und riesigen, aggressiven Sintigruppen gemacht.

Agios Nikolaos

Hier in Agios Nikolaos sind sehr viele Kiter und auch eine Kiteschule. Das hat sicher seinen Grund darin, dass das Revier hier gut ist. Für heute ist Thermik angesagt, also wollen wir dem Revier eine Chance geben und bleiben heute hier. Außerdem darf man für 5€ entsorgen und duschen. Ein weiterer Pluspunkt ist natürlich die gemütliche Strandbar.

Pünktlich um 13 Uhr kann Uwe mit seinem 19er Kite aufs Wasser gehen. Das ist schon seltsam hier mit dieser Schönwetter-Thermik. Nur leider reicht die Thermik zunächst nicht zum Windsurfen.

Aber um 4 Uhr legt der Wind noch ein bisschen zu und Carmen kann weiter Wasserstart üben. Dafür ist das Revier wirklich ideal. Es wird schnell tief, die Brandung ist nur ganz schwach und im Notfall wird man noch einmal am Strand angespült. Ein Bilderbuchtag! Nur finden auch noch andere das Revier ideal, deshalb ist es ein bisschen voll direkt bei der Kitebar. Aber der Strand ist groß genug und wer nicht unbedingt vor den Mädels posen will, findet genug Platz.

Erst in der Abenddämmerung, wenn die ganzen Tagesgäste wieder abgefahren sind, wird es wunderbar ruhig und romantisch.

Abschied von Koronisia

Eigentlich sind wir ja zufällig in Koronisia gelandet. Wir suchen immer nach schönen Übernachtungsplätzen bei Park4Night und manchmal sind die Tipps wirklich nur für eine Nacht gut, manchmal aber richtige Schätzchen. Koronisia gehört zu den ganz besonderen Orten, aber nach 4 Tagen gewinnt dann wieder unser Entdeckerdrang gegen den inneren Faulpelz. Nachher soll es weiter gehen. Zuerst ist noch einmal ein Strandlesetag im Schatten angesagt. Die hohen Temperaturen dämpfen unseren Unternehmensgeist doch erheblich. Allerdings muss man sagen, dass es im Juli und August noch erheblich heißer ist. Jetzt im Juni kann man nachts gut ohne Klimaanlage schlafen und auch morgens ausschlafen. Das geht oft im Hochsommer nicht mehr. Es gab schon Jahre da sind wir erst um 12 Uhr nachts ins Womo, weil es davor unerträglich schwül war und morgens sind wir noch vor dem Frühstück um 7 Uhr schwimmen. Wer Carmen kennt, weiß, dass sie nur in Notsituationen zu solchen Maßnahmen greift. Das ist auch der Grund weshalb wir schon 7 Jahre nicht mehr hier waren. Wir haben nämlich festgestellt, dass uns der skandinavische Sommer viel besser gefällt, auch wenn manchmal trübe Tage angesagt sind. Es entspricht einfach mehr unserer Art zu reisen. 2 Wochen nur auf der Strandliege war noch nie unser Ding.

Wir umrunden den Golf von Amvrakikos und zeigen Sanna noch einmal Mitikas. Sannas Fundort liegt schon am Ionischen Meer. Wahrscheinlich ist sie allerdings nicht von hier, sondern eher aus der landwirtschaftlichen Region um Louros. Wir haben vor einiger Zeit eine Tierschützerin aus Mitikas getroffen, die sich nicht an Sanna oder ähnliche Hunde erinnert hat. Das passt auch zu unserer damaligen Beobachtung, dass das ansässige Streunerrudel versucht hat sie zu vertreiben. Sie gibt sich betont desinteressiert. Uns gefällt es hier immer noch gut, aber die Polizei vertreibt laut Park4Night jetzt hier alle Wohnmobile.

Daher fahren wir weiter nach Agios Nikolaos. Hier war es uns eigentlich immer zu voll, aber im Juni kann es noch gehen. Es gibt hier mittlerweile eine Taverne direkt am Strand, Duschen und außer uns sind noch etwa 10 andere Wohnmobile da. Kein Vergleich mit Koronisia, aber man kann es aushalten.