Adriaüberquerung

Wir sind nächsten Freitag 6 Wochen unterwegs, aber genug vom Reisen haben wir eigentlich nie. Das Heimweh plagt uns noch nicht. Wir freuen uns natürlich unsere Lieben daheim wieder zu sehen, aber zumindest die Kinder und Enkel könnten ja einmal mit dem Flieger bei uns vorbei kommen.

Zuerst werden wir nach dem Frühstück noch zu einer Vogelbeobachtungsstation im Ambrakischen Golf fahren. Unser Schiff, die Hellenic Spirit legt ja erst heute Nacht um 23 Uhr in Igoumenitsa ab. Wir fahren nicht gerne mit der Fähre, deshalb versuchen wir immer eine Nachtfähre zu buchen, damit wir schon einmal einen großen Teil der Fahrt verschlafen.

Sanna nimmt noch ein Fußbad zum Abschied.

Wir halten noch einmal auf der Dammstraße.

Die Vogelbeobachtung ist etwas enttäuschend.

Ein kleines Fußbad brauchen wir zum Abschied auch noch.

Glasklaren Wasser

Von Arta aus geht es nun 100 km nach Norden zum Drepano Strand. Dort verbringen wir den Rest des Tages bis zum Einchecken.

Der Drepano Strand ist traditionell unser Ankunftsplatz nach der Fährüberfahrt und auch der Warteplatz vor dem Einchecken. Man steht im Schatten direkt am Meer.

Früher konnte man hier übernachten, aber das hat wohl überhand genommen. Der Campingplatz nimmt nur Dauergäste. Da müsste sich Igoumenitsa unbedingt etwas überlegen, weil nicht nur wir auf die Fähre warten. Mal sehen, was die Polizei meint! Letztes Mal hat sie sich noch mit unserem Fährticket zufrieden gegeben. Es gäbe sicherlich für alle Beteiligten weniger Ärger, wenn die Fährpassagiere irgendwie in Hafennähe vernünftig die Wartezeit überbrücken könnten. Die Fähre kommt nämlich aus Patras und wir haben schon erlebt, dass es enorme Verzögerungen gab. Heute allerdings ist sie schon sehr früh da und kommt auch nicht aus Patras.

Wir haben in Ruhe zu Abend gegessen und die Polizei kam nicht vorbei. Im Hafen geht auch alles glatt und die Hellenic Spirit liegt schon am Kai.

Um 22 Uhr sind wir an Bord.

Fensterplätze bleiben leer, in der Mitte ist alles voll. Die Strategie der Einweiser wird uns immer verborgen bleiben. Aber zum Glück ist es kühl und der Fensterplatz ist nicht wichtig, weil es dunkel ist und wir sowieso schlafen wollen. Frisch geduscht mit beliebig viel Wasser, legen wir uns aufs Ohr. Morgen können wir uns erst melden, wenn wir wieder italienisches Netz haben. Also nicht wundern über Funkstille.

Nächste Station: Mittelmeer

Wir haben wunderbar geschlafen und total leckeres Brot bekommen und genießen das Bilderbuchwetter in Malvaglia. Wenn wir mal in Rente sind, müssen wir hier auch einmal verweilen, weil die Gegend durchaus mehr zu bieten hat.

Das ist die hübsche Kirche, der Malvaglia Chiesa seinen Namen zu verdanken hat.

Hinter der Kirche kann man in die Weinberge wandern.

Wir geben als nächste Station einen Ort in der Poebene ein, an dem wir eine Mittagspause einlegen wollen. 300 km hat uns Minchen gelehrt, sind da ein gutes Maß.

Wir landen am malerischen Curielsee bei Campogaliano, bummeln und essen ein sehr leckeres Eis. Hier sind es bereits 28 Grad.

Schwäne und Schildkröten gibt es hier auch.

Unser Etappenziel für heute heißt Fano und liegt bereits an der Adria. Wir finden noch einen Stellplatz direkt am Meer und nehmen erst einmal ein Fußbad.

Es sind angenehme 22 Grad und wir sitzen mit den Füßen im Wasser am Meer und genehmigen uns einen Aperitif.

1 Malvalgia N 46° 24′ 11,1″ O 8° 59′ 0,1″
2 Fano N 43° 50′ 9,9″ O 13° 2′ 32,0″

Von Ancona nach Igoumenitsa

Nach dem Frühstück brechen wir zum Hafen auf. Früher war das Einchecken immer total chaotisch und mehr als einmal haben wir uns gefragt, ob wir noch an Bord kommen. Aber mittlerweile ist es fast so geordnet, wie bei den skandinavischen Fähren. Ob das auch etwas mit der EU zu tun hat? Wir fahren mit der Olympic Champion der Reederei Anek von Ancona nach Igoumenitsa.

Mit 1/2 Stunde Verspätung verlassen wir Ancona. Wir mögen Fährüberfahrten nicht, daher buchen wir auch immer Nachtfahrten, damit es schneller vorbei ist. Zuerst gönnen wir uns einen leckeren griechischen Frappé und bummeln anschließend über das Schiff. Es gibt verschiedene Restaurants, Boutiquen und Bars an Bord, man könnte sich also schon die Zeit vertreiben. Das Schiff hat wohl auch neue Stabilisatoren, denn es schwankt fast gar nicht. Aber wie gesagt, wir finden es immer ein bisschen langweilig an Bord dieser Ozeanriesen und vertreiben uns die Zeit mit Lesen.

Und für den Notfall gibt es dann noch eine Kapelle an Bord, falls die Rettungsboote sich nicht aus den rostigen Verankerungen lösen lassen.

Bella Italia

Malvaglia Chiesa ist wirklich ein gutes Plätzchen. Morgens kann man leckere Kipferl beim Bäcker kaufen und zum ersten Mal nehmen wir uns auch die Zeit, das Innere des schönen Kirchleins, dessen Glockenturm aus dem 12. Jhd. stammt, anzusehen.

Dann geht es nach Fano an der Adria. Dort waren wir auch schon öfter und dort kennen wir auch, wie soll es anders sein, eine leckere Pizzeria, die die Pizza so dünn macht, dass sie mit der Schere geschnitten wird. Das Wetter an der Mittelmeerküste ist irgendwie nahtlos von Herbst in Hochsommer übergegangen. Vor genau 4 Wochen haben wir an der Côte Azur noch gebibbert, jetzt muss man Schattenplätze suchen und kann die lauen Sommerabende genießen.

Kurz vor Bologna legen wir eine Mittagspause im Schatten ein. Trotzdem sind wir um 17:00 Uhr in Fano und verschmähen dieses  Mal den kostenlosen Stellplatz im Ort weil wir lieber noch ein bisschen im Meer baden wollen.

Auch unsere „Scherenpizzeria“ finden wir dieses Mal wieder, aber Pizza hatten wir ja erst gestern und Scheren haben wir auch keine mehr gesehen. Beim nächsten Mal müssen wir die Pizza aber nochmal probieren.

Im Gegensatz zu Marokko gibt es hier keinen Mangel an netten Kneipen und Restaurants! Schade, dass wir schon satt sind, denn nachdem wir selbst gekocht haben, stellen wir fest, dass es 50 Meter von unserem Stellplatz entfernt eine Superkneipe gibt, die einen verführerischen Duft verbreitet.