1. Ausflug nach Arta

Wir müssen zum Einkaufen nach Arta und außerdem noch zu DEI, dem Stromversorgungsunternehmen. Irgendwie gelingt es uns nicht unsere Stromrechnung zu bezahlen. Aber erstmal genießen wir das Frühstück auf der Terrasse.

Die Aussicht vom Schlafzimmerbalkon zum Meer wird leider durch Bäume verhindert. Bilbo war auch schon da.

Die Bananenpalme ist ganz schön groß geworden.

Dimitri, unser gärtnender Fischer, war auch schon da und hat uns erklärt, dass unsere Zitronen eine Krankheit haben und radikal zurück geschnitten werden müssen. Er wird das demnächst erledigen. Japadapadu! Wir können unseren Stromanbieter per Mail kontaktieren. Der Strom wird nicht abgeschaltet. Jetzt fehlt nur noch der Wasserversorger! Die Rechnung bezahlt ja immer noch Jannis. Aber auch das lässt sich problemlos klären. Dann fahren wir zum Glaser, weil wir unbedingt eine Duschabtrennung brauchen. Heute ist wohl unser Glückstag. Der Glaser spricht Englisch und baut uns die Duschabtrennung sogar ein. Wir müssen nur Maß nehmen. Anschließend decken wir uns mit Lebensmitteln ein und fahren zurück auf unsere Insel.

Schluss mit dem Vagabundenleben

Heute Nacht war vorerst unsere letzte Nacht in unserer Elsa. Ab morgen sind wir zunächst mal wieder sesshaft. Wir sind traurig darüber, weil wir gerne auf Tour sind. Nur Mina wird es genießen. Langweilig wird es uns nicht werden. Es gibt doch noch Einiges zu tun. Das wunderschöne Pindos-Gebirge ist nur 100 km von unserem Häuschen entfernt und wenn uns der Strand nervt, gibt’s hier viel zu entdecken. Man kann hier wandern, paddeln und klettern.

Wir wollten eigentlich noch einmal eine Pause am See von Ionnina machen, aber der ist nur von Weitem schön.

Das Haus steht noch, auch wenn alles etwas zugestaubt ist. Aber das kann man ja schnell ändern.

1 Voidomatis River N 39° 56′ 41,7″ O 20° 41′ 17,2″
2 Koronisia N 39° 0′ 43,4″ O 20° 55′ 10,9″

Strecke insgesamt: 176 km

Fazit

Anreise über den Landweg

Es dauert lange, aber wir haben ja ganz bewusst auf eine Kombination aus Fahren und Neues entdecken gesetzt. Selbst 300 km können bei Minas Protest nervig sein. Dazu kommt, dass ab Montenegro die Straßen dem Verkehrsaufkommen nicht gewachsen sind. Wir sind dann zwar manchmal nur 150 km weiter gekommen, haben aber trotzdem 3 h gebraucht. Ideal ist das noch nicht.

Wir haben viel Neues entdeckt: Mantova, Treviso, Gjirokastra oder einfach mal schöne Strände. Aber während der Fahrt war Mina trotzdem total genervt. Für den Rückweg müssen wir noch einmal neu überdenken, wie es besser gehen könnte. 2600 km in 9 Etappen! Das war anstrengend für Mina. Von Brindisi aus sind es nur 1600 km. Jetzt ist erstmal keine größere Tour geplant. Wir bekommen Besuch und werden das Haus auf Vordermann bringen. Im Winter machen wir Ausflüge von Koronisia aus und wenn es nur Tagesausflüge sind, darf sie zuhause bleiben.

Gjirokastra

Wir sind in einer Woche durch 7 Länder gekommen (Frankreich, Schweiz, Italien, Slowenien, Kroatien, Montenegro, Albanien) und wenn wir schon mal hier sind, wollen wir heute noch einen Ort auf unserer offenen Liste einschieben. Es soll nach Gjirokastra gehen einem Ort, dessen Altstadt auf der UNESCO-Welterbeliste steht. Es liegt praktisch auf unserem Weg, nur 120 km entfernt. Das ist dann mal wieder eine Erlebnis-Mittagspause für uns und Mina ist es wahrscheinlich egal, wo sie spazieren geht. Dann sind wir erst morgen in unserem Häuschen, aber wir haben es immerhin schon einmal geschafft, eine Schlafcouch und eine normale Couch für Montag in einer Woche zu bestellen. Es geht also in kleinen Schritten voran. Auch mit dem Hulla-Hoop macht Carmen Fortschritte.

Uwe überredet Carmen sogar zum Schwimmen.

Dann kommt leider eine Monster-Monsterwelle. Wir fahren noch an der wunderschönen, wilden Vjosa vorbei.

In Gjirokastra ist es ganz schön heiß, 33⁰ im Schatten und es geht steil bergauf. Das ganze Rudel schwitzt und hechelt.

Zum Erklimmen der Burg war es dann doch zu heiß und wir schlendern nur durch den Basar.

Sogar in die Moschee können wir.

Wir verlassen unseren Parkplatz und sind tatsächlich nach einer halben Stunde in Griechenland.

Wir wollen wieder zum Voidomatis, dem kältesten Fluss Europas. Das ist auch nicht weit und morgen fahren wir noch 100 km bis nach Koronisia.

1 Rezervati Natyror „Pishë Poro“ N 40° 40′ 20,6″ O 19° 19′ 44,0″
2 Gjirokaster N 40° 4′ 27,2″ O 20° 8′ 18,5″
3 Voidomatis River N 39° 56′ 41,7″ O 20° 41′ 17,2″

Strecke insgesamt: 189 km

Weiter am Meer entlang

Obwohl es hier paradiesisch schön ist, sogar Glamping ist möglich, zieht es uns weiter. Erstmal 120 km in den Süden ans Meer. Davor müssen wir aber noch schauen, ob es unsere Lieblingsbäckerei noch gibt.

Jaa! Es gibt noch Käsefladen!

Nördlich von Durres genießen wir eine winzige Pause am befahrbaren Strand. 14 Knoten!

Mona flirtet mit einem süßen Albaner.

Wir lieben befahrbare Strände!

Eigentlich wunderschön hier, aber wir müssen noch 120 km weiter nach Süden. Wir haben ja vor irgendwann in Koronisia anzukommen.

Sieht eigentlich aus wie heute Mittag, ist aber schon wieder ein anderer Strand mit anderem Sand. Trotzdem schön!

Wir sind seit genau einer Woche unterwegs. Es kommt uns vor, als wäre es ewig her. Bis Koronisia sind es noch 300 km! Eigentlich locker morgen zu schaffen.

1 Lake Shkodra Resort N 42° 8′ 16,0″ O 19° 28′ 1,3″
2 Rinia Plazh N 41° 24′ 21,1″ O 19° 25′ 50,0″
3 Rezervati Natyror „Pishë Poro“ N 40° 40′ 20,6″ O 19° 19′ 44,0″

Strecke insgesamt: 276 km

Nach Albanien

Montenegro wird heute ganz schnell durcfahren, weil uns die Küste gar nicht gefällt. Massentourismus vom Feinsten! Heute Abend geht es auf unseren albanischen Lieblingsstellplatz „Lake Skhodra-Resort“. Wir verabschieden uns von Kerstin und Bernd, die in die Berge von Montenegro wollen. Da soll es auf dem Rückweg vorbei gehen. Deswegen tauschen wir Nummern aus.

Wir nehmen die Fähre, um uns die lange Fahrt um den Golf von Kotor zu ersparen.

Die Küstenstraße nach Budva und der Ort selbst gefallen uns überhaupt nicht. Dann auch noch Stau! Keine Ahnung, warum Menschen hier Urlaub machen.

Aber ein paar Kilometer weiter gibt es etwas, wo wir es aushalten können.

Mit Aussicht auf Sveti Stefan, einem Luxusresort für wirklich Reiche und vermutlich auch berühmte Menschen.

Am Zoll herrscht leider ziemliches Chaos, daher fahren wir zu einem nahe gelegenen Freistehplatz, weil Mina genervt ist. Es ist dort eigentlich wunderschön, wenn dort nicht ein Herdenschutzhund mit seiner Herde gewesen wäre. Das wird dann leider nichts.

Wir rufen im Lake Skodra-Resort an um einen Platz zu reservieren und machen uns auf den Weg. Die Viertelstunde schafft Mina auch noch! Der Campingplatz ist ganz nach unserem Geschmack. Vor vielen Jahren bei unserer ersten Albanien-Reise war dieser Platz unser europäischer Rettungsanker in einer fremden beängstigenden Welt. Mittlerweile hat sich entweder Albanien positiv verändert oder wir sind erfahrener geworden. Trotzdem genießen wir den Luxus des Campingplatz, auch wenn wir hier mittlerweile frei stehen würden.

Es gibt einen Badesteg, Paddelboote und SUP-Verleih, kostenlose Liegen mit Auflagen. Alles was das Herz begehrt.

Das Restaurant

Unser Stellplatz

Sonnenuntergang

Ein nettes Lokal!

Das schafft man sonst nirgendwo! Mit 2 Personen essen zu gehen, 30€ zu zahlen und für den nächsten Tag noch eine Mahlzeit für 2 übrig zu haben. Dabei ist Albanien im Vergleich mit 2013 schon teurer geworden. Damals durften wir noch nicht einmal den Espresso im Café bezahlen.

1 Fähranleger Vitaljina N 42° 24′ 21,8″ O 18° 30′ 41,4″
2 Roho-Beach N 42° 14′ 47,9″ O 18° 53′ 45,2″
3 Lake Shkodra Resort N 42° 8′ 16,0″ O 19° 28′ 1,3″

Strecke insgesamt: 176 km

Montenegro

Heute wollen wir bis zur montenegrinischen Grenze. Dort gibt es ein verlassenes Militärgelände auf kroatischer Seite. Von dort hat man Montenegro sehr gut im Blick. Auf jeden Fall sind wir heute Morgen total gut ausgeruht und bestens gelaunt, weil die Sonne scheint.

Nach dem Frühstück auf der Mole fahren wir ins Neretva-Delta. Die Neretva fließt unter anderem auch durch Mostar, vielen bekannt durch die berühmte alte Brücke. Im Oberlauf ist sie ein wildes Flüsschen und ein weiteres Erkundungsziel für zukünftige Projekte. Heute werden wir die Mittagspause im Delta verbringen. Wir haben dieses großartige Surfrevier vor einigen Jahren zufällig entdeckt, aber leider darf man dort nicht mehr frei stehen und einen Campingplatz gibt’s nicht. Also nichts für uns. Wir kennen in Kroatien mit seiner langezogenen Küste tatsächlich nur 2 Freistehplätze.

Die Mittagspause im Neretva-Delta ist einfach großartig und uns würde es sofort aufs Wasser ziehen, wenn wir nicht unser Surfequipment in Griechenland hätten. So ein Mist!

Nach der Pause geht es noch einmal 140 km weiter bis zur montenegrinischen Grenze, zum Fähranleger Vitaljina. Das ist der südlichste Punkt Kroatiens und war bis vor kurzem militärisches Sperrgebiet. Die Lage von Vitaljina ist sooo ideal, dass dort sicher in naher Zukunft ein Ferienresort stehen wird.

Wir unterhalten uns mit einem Paar aus Biberach und genießen die Ruhe des Fähranlegers.

Den größten Teil der Strecke nach Koronisia haben wir geschafft, aber definitiv ist die Variante bis Brindisi stressfreier, wenn man nicht ein völlig uneinsichtiges Hundchen an Bord hat.

1 Reljani N 44° 16′ 18,9″ O 15° 30′ 7,9″
2 Neretva Delta N 43° 1′ 8,4″ O 17° 26′ 43,6″
3 Fähranleger Vitaljina N 42° 24′ 21,8″ O 18° 30′ 41,4″

Strecke insgesamt: 407 km

Reljani

Tatsächlich hat es heute Nacht stark gedonnert und geblitzt und Uwe musste das aufgeregte Minchen trösten. An Ausschlafen am Morgen war trotzdem nicht zu denken. Mina ist noch in ihrem Alltagsmodus und das heißt um 7 Uhr wird die Welt erkundet. Es ist vielleicht besser so, denn es ist weiterhin starker Regen für diese Region gemeldet. Also gibt es schon in aller Frühe Frühstück. Mina ruht sich derweil von der anstrengenden Tätigkeit als Thunderstorm-Warnerin aus. Auch Mona steckt die Nacht in den Knochen. Sie muss den Kopf auf dem Mülleimer abstützen.

Pünktlich um 10:20 Uhr sind wir in Slowenien und um 11 Uhr in Kroatien. Jetzt müssen wir nur noch durch Montenegro und Albanien und dann sind wir am Ziel. Weil das Wetter sich überhaupt nicht beruhigt, stellen wir uns für eine ausgiebige Mittagspause in den Hafen von Senj. Unser Aussichtspunkt im Velebit-Gebirge muss warten.

Um 16:30 Uhr sind wir bei trockenem Wetter in Reljani, einem Freistehplatz auf einem Privatgrundstück. Wir waren schon oft ganz alleine hier, aber dieses Mal sind noch 4 andere Wohnmobile da.

Der Fahrstress ist auch bei Mina sofort abgeschüttelt.

1 Turriaco N 45° 49′ 43,5″ O 13° 25′ 53,3″
2 Senj N 44° 59′ 22,2″ O 14° 53′ 49,7″
3 Reljani N 44° 16′ 18,9″ O 15° 30′ 7,9″

Strecke insgesamt: 333 km

Nach Kroatien

Heute wollen wir zumindest bis an die kroatische Grenze kommen. Vermutlich schlafen wir noch bei Triest, weil Stellplätze für Wohnmobile in Kroatien selten oder überteuert sind. Um Minas Wunsch nach Abwechslung entgegen zu kommen, schauen wir uns als erstes Treviso an. Treviso hat den Ruf, fast so schön wie Venedig zu sein, aber leer. Das sind nur 180 km! Für uns nicht viel, aber Mina findet das schon eine Zumutung.

Mit Mantova und dem weitläufigen Stellplatz haben wir eine gute Entscheidung getroffen. Man könne hier glatt verweilen. Zu Fuß ist man in einer halben Stunde mitten im Zentrum und hier kann man im Schatten entspannen. Ideal!

Weiter geht es nach Treviso mit seinen kleinen hübschen Kanälen und der malerischen Altstadt.

Es gibt ein Viertel mit hübschen Kanälen und Mühlrädern.

Diese kleine Meerjungfrau steht in einem Kanal an der Fischerinsel und dann gibt’s noch den Fontana del tette. Er wurde während einer Dürreperiode errichtet und später bei Volksfesten als Weinspender benutzt.

Es gibt wirklich schöne Gassen mit italienischem Flair und fast ohne Touristen hier.

Treviso Ist wirklich ein sehr gemütliches Örtchen mit einigen Kanälen, aber der Vergleich mit Venedig ist natürlich übertrieben.

Die Römer haben natürlich auch hier ihre Spuren hinterlassen.

Nach der Besichtigung von Treviso suchen wir einen Übernachtungsplatz in der Nähe der kroatischen Grenze. Wir entscheiden uns für die Soĉa. Eigentlich wollten wir ja zum Triglav-Nationalpark, aber wir haben von anderen Wohnmobil-Fahrern gehört, dass es dort zur Zeit noch zu voll ist. Also heben wir uns das für die Rückfahrt auf und übernachten immerhin schon mal an dem Unterlauf.

Der Stellplatz wird im Internet total zerrissen. Wir finden es hier vollkommen in Ordnung. Wir sind autark und suchen eigentlich nur einen Platz, an dem man geduldet wird. Und genau das gibt es hier. Wir haben natürlich auch den Sicherheitsaspekt im Visier. Es gibt eine Starkregen-Warnung für die Nacht, aber der Fluss ist weit genug weg und noch durch Dämme gesichert. Es gäbe malerische Plätze am Fluss, aber wir sind lieber mal vorsichtig.

1 Mantova N 45° 9′ 53,6″ O 10° 48′ 43,7″
2 Centro Storico Di Treviso N 45° 39′ 58,1″ O 12° 14′ 43,4″
3 Turriaco N 45° 49′ 43,5″ O 13° 25′ 53,3″

Strecke insgesamt: 319 km

Bella Italia

Dank unserer Heizung war es kuschelig warm und morgens scheint die Sonne.

Die Berge sind einfach wunderschön im Sommer.

Es fällt uns schwer unser wunderschönes Plätzchen auf der Passhöhe zu verlassen, aber gegen 10 Uhr muss es dann doch sein.

Wegen Mina wollen wir die Mittagspause bei Mailand in Trezzo verbringen. Erst einmal müssen wir unser Outfit wechseln, weil es mittlerweile 26⁰ C im Schatten sind.

Irgendwann müssen wir die Adda einmal auf dem Paddelweg erkunden. Sie mäandert gemütlich durch die Lombardei in Richtung Adria. Es gibt wirklich noch sooo viel zu entdecken.

Dann fahren wir noch 150 km weiter nach Mantova. Letztes Jahr haben wir Verona angeschaut und weil wir die Abwechslung lieben, muss es dieses Mal eine andere Stadt in der Lombardei sein. Der Stellplatz in Mantova ist nett.

Die Stadt sprüht nur so von italienischem Flair und Dolce Vita.

Die Stadt liegt an einem See, der zur Verteidigung angelegt wurde.

Es gibt zahlreiche wunderschöne Renaissancepaläste.

Palazzo Ducale

Piazza Erbe

In der Basilika Sant’Andreas ruht Erde, die mit dem Blut Jesu bei der Kreuzigung getränkt wurde. Diese Reliquie wird einmal jährlich durch die Straßen Mantovas getragen.

Rotondo San Lorenzo

Der prächtige Eingang zur Basilika

Das Innere der Basilika ist wirklich überwältigend.

Diese Aussicht hatten wir beim Essen und ein tolles Ambiente dazu. Wir waren ganz verliebt in das Flair dieser Stadt.

Gestern Käsefondue, heute Pizza!

Ein toller Tag neigt sich dem Ende entgegen. Wir sitzen im Wohnmobil und hören einem Konzert am Ufer des Sees zu. Italien hat so viel Lebensqualität. Wären hier nicht überall bewirtschaftete Lidostrände am Meer, würden wir uns hier wochenlang aufhalten.

1 St. Gotthard-Pass N 46° 33′ 23,1″ O 8° 34′ 8,0″
2 Fiume Adda N 45° 36′ 43,3″ O 9° 31′ 8,1″
3 Area attrezzata sosta camper „Sparafucile“ N 45° 9′ 53,6″ O 10° 48′ 43,7″

Strecke insgesamt: 349 km