Werkstatt

Während Uwe mit Elsa in die Werkstatt fährt, beaufsichtigt Carmen die Hunde am Ringkøbingfjord. Heute ist Ostwind und daher ist das Wasser noch ruhiger als gestern.

Hier hält Uwe den Übeltäter in der Hand. Für 1100 Kronen wurde der Schaden behoben. Anschließend warten wir auf Wind, aber leider tut sich nichts. Daher fahren wir zum Übernachten in den Hafen von Stauning.

Entspannung

Nach einem ausgiebigen Surftag ist heute strahlender Sonnenschein und Lesewetter angesagt.

Auf der Wiese des Bauernhofs standen wir ganz alleine mit den Buschis.

Bei der Abfahrt hört Uwe plötzlich seltsame Geräusche aus dem Motorraum und wir müssen zu einer Werkstatt fahren. Die ist zum Glück nur 5 km entfernt und das Problem ist schnell lokalisiert: die Spannrolle für den Keilrippenriemen. Allerdings ist das Ersatzteil erst morgen da und so wird es nichts mit unserer Fahrt zum Vejersstrand. Wir müssen in Bork Havn auf dem Campingplatz übernachten. Naja es gibt schlimmeres.

Zum Surfen an den Ringkøbing Fjord

Leider ist heute Regenwetter angesagt, daher trennen sich unsere Wege. Frank und Christine schauen sich Husum an und uns zieht es direkt nach Dänemark zum Surfen. Uns hat es immer sehr gut in Skavn Havn gefallen.

Früher waren wir hier oft tagelang, weil es eine schöne Hafendusche gab und der Platz zum Surfen ideal ist, dann wurde leider das Freistehen hier verboten.

In Skavn Havn haben wir trotz schlechtem Wetter einen Supersurftag. Carmen geht mit dem 5.9er aufs Wasser und für Uwe reicht der Wind für den 15er Kite. Gegen später kommen Buschis noch an den Strand und wir lassen noch die kleine Gun-Lenkmatte fliegen.

An der Hafenkneipe von Skavn könnte man noch für stolze 32€ stehen und vor der Ferienhaussiedlung steht eigentlich nur Camping verboten. Normalerweise ignorieren wir solche Schilder immer, aber ausnahmsweise begleiten wir Buschis zum Bauernhofcamping nach Hemmet. Man steht hier auf einer gemähten Wiese ganz ruhig und einsam mit „lieblicher“ Landluft, aber immerhin mit Dusche und Toilette.

Auf in den Norden

Nach dem Frühstück brechen wir nach Norden auf. Wir wollen uns im historischen Hafen von Tönning mit Buschis treffen. Leider gibt es viele Staus, so dass wir erst kurz vor 20 Uhr dort ankommen. Tönning haben wir bei unserem ersten Dänemark Urlaub rein zufällig entdeckt und seitdem ist es traditionell unsere erste Anlaufstelle bei Skandinavienreisen. Man kann dort nett essen gehen und mit Blick auf die Eider stehen. Buschis haben uns auf dem Stellplatz schon einen Platz frei gehalten.

Der Platz liegt direkt an der Eider. Leider haben wir ganz vergessen, dass die Lokale am alten Hafen nur bis um 20 Uhr geöffnet haben. Aber die Pizzeria Mama Mia am Marktplatz war auch sehr gut.

Nach Hause

Gestern Abend haben wir in der Pizzeria Stazzione gemütlich auf der Terrasse gesessen und unsere Griechenlandtour Revue passieren lassen. Die Strecke von Ancona bis Malvaglia bei weit über 30 Grad war anstrengend und langwierig, weil Urlaubsverkehr ist, aber bei einem kühlen Getränk und leckerer Pizza ist das schnell vergessen. Die Nacht ist sehr angenehm und kühl (19 Grad) und heute Morgen waren wir sehr gut erholt. Die restlichen 470 km gestalten sich dann allerdings wieder schwieriger als gedacht. Es gibt so viele Baustellen und Staus in der Schweiz und unser Henry will partout eine Strecke fahren, die über 10 Stunden dauern würde. Zum Glück hat Carmen immer so etwas Altmodisches wie Landkarten aus Papier dabei und kann Navi Henry den rechten Weg weisen. So dauert es dann von Luzern nur 4 Stunden. Wieso ein Computer diese Lösung nicht anbieten kann, muss man nicht verstehen. Wir haben auf unserer langen Reise jedenfalls festgestellt, dass man gut beraten ist, wenn man den Vorschlägen von Henry den gesunden Menschenverstand entgegen setzt. Eine besonders lästige Angewohnheit von Henry ist seine Tendenz Abkürzung auszuprobieren. Das führt dann leider manchmal dazu, dass man bei fremden Leuten auf dem Hof landet. Und obwohl sein Kartenmaterial ziemlich aktuell sein müsste, versagt er vor allem in Großstädten immer wieder, weil ihm niemand gesagt hat, dass es so etwas wie Einbahnstraßen gibt. Dabei ist doch gerade in unbekannten Großstädten ein Navi die beste Lösung, sollte man annehmen. Aber weit gefehlt. Wir mussten ihn immer wieder kreativ austricksen, weil seine einzige Lösung, wenn wir seinen Befehlen nicht gehorchen darin besteht, uns zum Wenden aufzufordern, damit er uns noch einmal in die selbe blöde Lage manövrieren kann. Damit wir das nicht merken und uns möglicherweise seinen Anordnungen widersetzen, nennt er das immer neu berechnen. Neu Berechnen lässt ja den Computerlaien hoffen, dass das Problem erkannt wurde und nun eine andere Möglichkeit aufgezeigt wird, als gegen die Einbahnstraße oder in überhaupt nicht vorhandene Straßen einzubiegen. Aber so naiv kann natürlich nur ein ahnungsloser Mensch sein, der sich von einem Computer Hilfe erwartet, die er ohne ihn gar nicht hätte.

Ja den Navifrust musste Carmen Mal loswerden und obwohl Uwe ja eigentlich derjenige ist, der seine widerborstigen Geräte immer gegen Carmen verteidigt und von Bedienungsfehlern spricht, wurde dieser Beitrag nicht von ihm zensiert. Juhu!

Eine Seefahrt….

Durch unsere verzögerte Abreise gestern Abend, werden wir auch entsprechend später in Ancona ankommen. Jedenfalls war die Nacht einigermaßen ruhig und Dank unserer Klimaanlage auch angenehm kühl. Mina hat zwar nachts manchmal gejammert, weil die vielen fremden Geräusche an Bord ihr Angst machen und sie uns zu verstehen geben will, dass wir das abstellen sollen, aber irgendwie kommen wir doch alle zum Schlafen. Morgens beim Aufwachen sind wir auf der Höhe von Pescara , also noch 250 km von Ancona entfernt. Wir vertrödeln den restlichen Vormittag, trinken unseren letzten Frappé im Bordrestaurant und lesen im klimatisierten Wohnmobil. Erst um 14 Uhr verlassen wir das Schiff, lassen die Hunde noch einmal Pippi machen und brausen nach Norden. Unser Tagesziel heißt ja eigentlich Malvaglia Chiesa in der Schweiz und von Ancona ist das noch 500 km entfernt. Falls keine Staus oder sonstigen Probleme auftreten, sollte das eigentlich zu schaffen sein. Dort gibt es dann wieder unsere leckere Pizza.

Zum Fährhafen

Nach dem Frühstück fahren wir nach Norden zum schönen Strand von Lygia. Hier kühlen wir uns noch einmal ab, bevor wir um 17:00 Uhr in den Hafen von Igoumenitsa müssen.

Wir waren dann auch pünktlich im Hafen, bekommen dort aber den Rat noch bis 21:00 zum Strand zu fahren, weil unser Schiff Verspätung hat. Also fahren wir nach Drepanobeach, schon fast unser Standartprogramm. Wir wollten heute zum ersten Mal chic an Bord essen gehen, daraus wird jetzt leider nichts. Drepanobeach hat sich in den letzten 4 Wochen dramatisch verändert. Jetzt steppt hier schon mitten in der Woche der Bär. Hochsommer in Griechenland, keine gute Idee mehr. So voll war es in den vergangenen Jahren nie.

Um 21:20 sind wir pünktlich im Hafen, aber unsere Fähre nicht. Die läuft erst um 22:20im Hafen ein. Mal sehen, wann wir dann in Ancona sind.

Fazit Griechenland

Reisezeit

Früher sind wir notgedrungen immer im Juli und August hier gewesen, aber eigentlich gefällt es uns viel besser, wenn es noch nicht so heiß ist und noch weniger Leute unterwegs sind. Also dachten wir Mai und Juni sind ganz sicher die angenehmere Zeit und dann vielleicht wieder im Oktober. Die Griechen haben Ferien von Juli bis Ende September und dann sind viele Geheimtipps von griechischen Tagesgästen belagert. Allerdings mussten wir jetzt feststellen, dass es im Mai und Juni mit dem Windsurfen schlecht ist, weil viele Winde in der Ägäis zur Entstehung die Hitze brauchen. Man kann also nicht alles haben. Wind und voll im Hochsommer oder angenehm ruhig und warm in der Vor und Nachsaison. Ende Juni hört es wirklich auf mit der Beschaulichkeit. Dann ist von Tag zu Tag mehr Betrieb.

Stellplätze

Wir hatten vorher im Internet gelesen, dass das Freistehen nicht mehr geduldet wird. Das haben wir ganz anders erlebt. Wir hatten keinerlei Probleme. Schade, dass es keine legalen Wohnmobilstellplätze gibt, sondern nur Campingplätze mit einem für uns überzogenen Angebot, das wir gar nicht nutzen wollen. In der Vor- und Nachsaison findet man überall nette Plätze zum Übernachten und wir finden es eigentlich gut, dass riesige wilde Campingplätze mit entsprechenden Problemen für die Umwelt nicht mehr geduldet werden. Wir haben jedenfalls ohne Probleme traumhaft schöne Stellplätze gefunden, aber das Entsorgen ist leider noch gar nicht umweltgerecht möglich. Wir haben unser Pippi in Tavernentoiletten gebracht und das Grauwasser in Waschanlagen, lediglich zwei Mal konnten wir auf einem Campingplatz entsorgen. Es gibt hier in der Tat noch Plätze, die diesen Service nicht anbieten. Frischwasser bester Qualität gibt es allerdings überall.

Sehenswürdigkeiten

Das tolle an Griechenland ist für uns die großartige Landschaft, mit den bezaubernden Ortschaften und die Gastfreundschaft, die uns hier immer wieder in kleine Kneipen lockt. Das gibt es in ganz Europa nur hier. Wir sind ja jetzt viel rumgekommen, aber im Hafen auf der Kaimauer mit Blick aufs Meer sitzen und lecker essen, gefällt uns besser als jedes Edelrestaurant. Wir sind nur wenig gebummelt, weil es in der Tat von Tag zu Tag heißer wurde. Klar, in den Bergen Nordgriechenlands, wo es sowieso noch etwas kühler ist, waren wir noch spazieren und in Klöstern, aber dann wurde es mehr oder weniger ein reiner Bade- und Kiteurlaub. Uwe war an insgesamt 10 Tagen auf dem Wasser, Carmen etwas seltener. Ein Drittel der Urlaubstage Kitewind ist für Hochsommer eigentlich recht gut, auch wenn wir im August schon bessere Quoten in Griechenland erzielt haben. Dafür ist dann im August das Freistehen fast nicht mehr möglich. Das liegt allerdings nicht an der Polizei, sondern weil alle schönen Plätze rappelvoll sind. Selbst auf Campingplätzen kommt man dann nur noch mit Reservierung unter und das gefällt uns eigentlich nicht.

Zusammenfassung

Wir waren jetzt 4 Wochen hier und die Zeit hat wieder einmal nicht gereicht. Also müssen wir auf jeden Fall wieder kommen. Ursprünglich wollten wir ja nach Chalkidiki, haben dann aber von verschiedenen Seiten gehört, dass es dort im Juni schon zu touristisch ist. Thessaloniki und der Olymp sollen toll sein, dazu war es uns dann schon zu warm. Der Pillion war dagegen super schön, einsam und manche Strandplätze hatten wir für uns alleine. Lefkas hat dagegen nach unserer Einschätzung einen Aufschwung erlebt. Schon Ende Juni sind dort viele osteuropäische Pauschaltouristen unterwegs. Aber es gibt immer noch vergessene Paradiese wie den Golf von Amvrakikos. Wieder nicht geschafft haben wir die Prespaseen an der Grenze zu Albanien. Albanien und Montenegro müssen wir uns auf jeden Fall einmal im Frühjahr ansehen und uns mehr dem Bergland widmen. Wie man sieht, die Ideen gehen uns nicht aus.